12. AIFs: ESMA veröffentlicht Bericht zu EU-Alternative Investment Funds

11. May 2021

ESMA hat den dritten jährlichen statistischen Bericht zum Alternative Investment Fund (AIF) Sektor veröffentlicht. Die Hauptrisiken, mit denen der Sektor konfrontiert ist, beziehen sich auf ein Missverhältnis zwischen der potenziellen Liquidität der Vermögenswerte und dem den Anlegern angebotenen Rücknahmezeitrahmen. Dies ist insbesondere bei Immobilienfonds und Dachfonds der Fall. Für Hedgefonds ist das Problem der Hebelwirkung von zentraler Bedeutung. Der AIF-Sektor war außerdem im ersten Quartal 2020 stark vom COVID-19-bedingten Marktstress betroffen, worauf der Bericht auch kurz eingeht.

Zusammengefasst stellt der Bericht folgendes fest:

  • Die Größe des EU-AIF-Universums wuchs weiter und erreichte Ende 2019 einen Nettoinventarwert (NAV) von 6,8 Bill. EUR, ein Anstieg von 15 % gegenüber 2018. Das Wachstum des EU-AIF-Marktes resultiert aus der Auflage neuer AIFs im Jahr 2019 und positiven Bewertungseffekten.  Insgesamt machten AIFs Ende 2019 40% der EU-Fondsbranche aus. 
  • Professionelle Anleger besitzen die meisten Anteile an AIFs, doch der Anteil der Privatanleger ist mit 15 % des NAV beträchtlich, wobei die Beteiligung von Privatanlegern bei FoFs (28 %) und RE-Fonds (21 %) höher ist.
  • AIFs investieren überwiegend im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und über eine breite Palette von Anlageklassen (Wertpapiere, Derivate oder Fonds).
  • Auf aggregierter Ebene ging der bereinigte Leverage leicht auf 182% des NAV zurück (gegenüber 193% im Jahr 2018).
  • Insgesamt gibt es Anzeichen für eine potenzielle Liquiditätsinkongruenz auf kurze Sicht, da die den Anlegern angebotene Liquidität größer ist als die Liquidität der Vermögenswerte, insbesondere bei RE-Fonds. In diesem Abschnitt werden auch die Auswirkungen des COVID-19-bezogenen Marktstresses auf AIFs im Jahr 2020 untersucht.

Den Bericht der ESMA finden Sie hier:

ESMA Annual Statistical Report

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