2. Sustainable Finance/ESG: Konsultation von EBA zur Einbeziehung von ESG-Risiken bei Banken

16. November 2020

Die Europäische Bankbehörde (EBA) veröffentlichte am 3. November 2020 ein Diskussionspapier zum Management und zur Aufsicht von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG-Risiken) mit dem Ziel, Feedback für die Vorbereitung ihres Abschlussberichts zu diesem Thema zu sammeln. Das Diskussionspapier enthält einen umfassenden Vorschlag, wie ESG-Faktoren und ESG-Risiken in den regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmen für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen einbezogen werden könnten. Die Konsultation läuft bis zum 3. Februar 2021; eine öffentliche Anhörung wird in Form eines Webinars am 26. November organisiert.

In dem Diskussionspapier werden ESG-Faktoren und ESG-Risiken identifiziert und erläutert, unter besonderer Berücksichtigung der Risiken, die sich aus Umweltfaktoren und insbesondere aus dem Klimawandel ergeben, und es spiegelt die laufenden Initiativen und Fortschritte wider, die von den Instituten und Aufsichtsbehörden in den letzten Jahren zu diesem speziellen Thema erzielt wurden. Soziale und Governance-Faktoren werden in Übereinstimmung mit dem gesetzlichen Auftrag der EBA in die Analyse einbezogen, und in dem Papier wird untersucht, warum und wie diese Faktoren auch Risikoquellen für Institutionen sein können.

Artikel 98(8) der Kapitalanforderungsrichtlinie V (CRD V) und Artikel 35 der Wertpapierfirmen-Richtlinie (IFD) beauftragen die EBA, einen Bericht zu erstellen, der einheitliche Definitionen von ESG-Risiken sowie angemessene qualitative und quantitative Kriterien (einschließlich Stresstests und Szenarioanalysen) für die Bewertung der Auswirkungen von ESG-Risiken auf die kurz-, mittel- und langfristige Finanzstabilität von Institutionen enthält. Sie beauftragen die EBA auch mit der Ausarbeitung von Vereinbarungen, Prozessen, Mechanismen und Strategien, die von den Instituten umzusetzen sind, um ESG-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu managen und um die potenzielle Einbeziehung von ESG-Risiken in die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten durchgeführte Überprüfung und Bewertung zu bewerten.

Das durch das Diskussionspapier erhaltene Feedback wird in den EBA-Abschlussbericht über das Management und die Beaufsichtigung von ESG-Risiken für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen einfließen. Es wird auch bei den laufenden Arbeiten der EBA im Zusammenhang mit der Erfüllung ihrer Mandate berücksichtigt werden, einen technischen Standard zur Umsetzung der Offenlegungsanforderungen für ESG-Risiken der Säule 3 in Teil Acht der Eigenkapitalverordnung II (CRR II – Artikel 434a und 449a) zu entwickeln und zu beurteilen, ob eine spezielle aufsichtsrechtliche Behandlung von Engagements im Zusammenhang mit Vermögenswerten oder Tätigkeiten, die im Wesentlichen mit ökologischen und/oder sozialen Zielen verbunden sind, als Bestandteil der Eigenkapitalanforderungen der Säule 1 (Artikel 501c von CRR II) gerechtfertigt wäre, wie im EBA-Aktionsplan für nachhaltiges Finanzwesen erläutert.

Sie finden das EBA Discussion paper On management and supervision of ESG risks for credit institutions and investment firms unter nachfolgendem Link:

EBA Discussion paper “On management and supervision of ESG risks for credit institutions and investment firms“

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