6. Sustainable Finance/STS: EZB veröffentlicht ihre Konsultationsantwort

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 3. Juni 2022 ihre Antwort auf die gemeinsame Konsultation der Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) zu nachhaltigkeitsbezogenen Angaben für einfache, transparente und standardisierte (sog. Simple, Transparent, Standardised – STS) Verbriefungen veröffentlicht. Die EZB begrüßt die gemeinsame Initiative der ESAs, in der hervorgehoben wird, dass Asset-Backed-Securities (ABS) häufig mit Vermögenswerten unterlegt sind, die dem Klimawandel ausgesetzt sind, jedoch werden Informationen über die klimabezogenen Risiken der Vermögenswerte nur selten gemeldet. Außerdem gibt es keine harmonisierten Berichtsanforderungen. Daher unterstützt die EZB die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsvorlagen für STS-Verbriefungen als Ergebnis der gemeinsamen Initiative zur Förderung der klimabezogenen Berichterstattung für ABS und zur Verbesserung der Transparenz für Anleger.

Zum Hintergrund:

Die SFDR schreibt den Finanzmarktteilnehmern und Finanzberatern unter anderem vor, wie Nachhaltigkeitsrisiken in Entscheidungen und Beratungen einbezogen und wie negative Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Unternehmens- und Produktebene berücksichtigt werden. Verbriefungen sind jedoch kein "Finanzprodukt" im Sinne der SFDR, und aufgrund von Bedenken, dass nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungen auf dem Verbriefungsmarkt unzureichend entwickelt sind, schlug die EU-Kommission erfolgreich nachhaltigkeitsbezogene Änderungen an der Verbriefungsverordnung als Teil des Kapitalmarktsanierungspakets und in Verbindung mit anderen Änderungen in Bezug auf notleidende Kredite und synthetische Verbriefungen vor. Diese Änderungen traten im April 2021 in Kraft.

Originatoren können sich für die Offenlegung der Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren entscheiden.

Seit dem 1. Juni 2021 können Originatoren von traditionellen STS-Verbriefungen, die keine ABCP sind, und bilanzwirksamen STS-Verbriefungen, bei denen es sich bei den zugrunde liegenden Risikopositionen um Wohnimmobilienkredite, Autokredite oder Leasingverträge handelt, sich dafür entscheiden, die verfügbaren Informationen über die wichtigsten negativen Auswirkungen (PAI) der durch diese zugrunde liegenden Risikopositionen finanzierten Vermögenswerte auf "Nachhaltigkeitsfaktoren" zu veröffentlichen. Der Begriff "Nachhaltigkeitsfaktoren" wird unter Bezugnahme auf die SFDR definiert (d. h. "Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Korruptions- und Bestechungsbekämpfung").

Die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) wurden damit beauftragt, technische Regulierungsstandards (RTS) für den Inhalt, die Methodik und die Darstellung dieser Informationen zu entwickeln, und veröffentlichten diese RTS-Entwürfe am 2. Mai 2022 zur Konsultation. Wie in den Änderungen der Verbriefungsverordnung von 2021 vorgesehen, stützten sich die ESAs so weit wie möglich auf die von ihnen im Rahmen der SFDR entwickelten RTS (vorbehaltlich bestimmter verbriefungsspezifischer Abweichungen).

Mit der Entwicklung des RTS verfolgten die ESAs folgende Ziele:

  • die Art und Darstellung der Informationen zu standardisieren, die ein Originator über die PAIs der durch die zugrunde liegenden Forderungen finanzierten Vermögenswerte zu den Nachhaltigkeitsfaktoren offenlegen kann;
  • den Anlegern zu helfen, die negativen Auswirkungen der durch die zugrunde liegenden Risikopositionen finanzierten Vermögenswerte auf die Nachhaltigkeitsfaktoren zu messen und zu vergleichen; und
  • den Finanzmarktteilnehmern zu helfen, indem ein Rahmen für die Messung dieser negativen Auswirkungen geschaffen wird.

Die RTS-Entwürfe wurden nicht als Rahmen für eine "nachhaltige Verbriefung" konzipiert.

Die ESAs schlagen vor, dass die Offenlegung in Form eines eigenständigen Principal Adverse Impact Statement erfolgt, das auf dem Formular im Anhang zu den SFDR RTS basiert, die am 1. Januar 2023 in Kraft treten werden. Was die Art und Weise betrifft, wie die Originatoren diese Informationen veröffentlichen werden, so sieht der RTS-Entwurf eine Offenlegung über Verbriefungsregister (um einen zentralen Zugangspunkt zu ermöglichen und die Validierung und den Vergleich der offengelegten Informationen zu ermöglichen) und nicht über Websites (wie es bei den SFDR der Fall ist) vor.

Die Antwort des EZB finden Sie unter nachfolgendem Link:

EZB

Die gemeinsame Konsultation der ESAs finden Sie unter nachfolgendem Link:

Konsultation

zum Inhaltsverzeichnis

to top