18. Renewed Sustainable Finance Strategy: EU-Kommission veröffentlicht Bericht zur Konsultation

23. Februar 2021

Am 10. Februar 2021 veröffentlichte die EU-Kommission einen zusammenfassenden Bericht über die Konsultation zur erneuerten Strategie für nachhaltige Finanzen (Renewed Sustainable Finance Strategy).

Am 11. Dezember 2019 hatte die Kommission ihre Mitteilung über einen Europäischen Green Deal (EGD) verabschiedet, der die klimapolitischen und umweltpolitischen Ambitionen der EU deutlich erhöht. Das Finanzsystem als Ganzes stellt sich jedoch noch nicht schnell genug um. Aus diesen Gründen kündigte die EU-Kommission eine Renewed Sustainable Finance Strategy an, die helfen soll, Investitionen in nachhaltige Projekte und Aktivitäten zu lenken. Die Renewed Sustainable Finance Strategy soll in der ersten Hälfte des Jahres 2021 verabschiedet werden. Um die Entwicklung der erneuerten Strategie zu unterstützen, organisierte die Kommission eine Konsultation, um die Ansichten und Meinungen der interessierten Parteien zu sammeln. Die Konsultation war öffentlich zugänglich und lief vom 8. April 2020 bis zum 15. Juli 2020. Sie zielte darauf ab, gezieltes Feedback zu folgenden Punkten zu sammeln:

  • Die Grundlagen für eine nachhaltige Finanzwirtschaft zu stärken, indem ein Rahmen geschaffen wird, der es ermöglicht, den Fokus von Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen auf Nachhaltigkeit und langfristige Entwicklung zu verlagern.
  • Die Möglichkeiten für Bürger, Finanzinstitute und Unternehmen zu erhöhen, einen positiven Einfluss auf die Nachhaltigkeit zu nehmen.
  • Vollständiges Management und Integration von Klima- und Umweltrisiken in Finanzinstitutionen und das Finanzsystem als Ganzes.

Der nun veröffentlichte Bericht bietet eine Zusammenfassung der eingegangenen Antworten auf die Konsultation.

Unter anderem stellt der Bericht fest, dass es eine starke Unterstützung für EU-Maßnahmen zu ESG-Research und Ratings gab. Auch in Bezug auf Rechnungslegungsstandards und -regeln gab es Unterstützung. Zu diesem Thema gaben die meisten Befragten an, dass sie in den bestehenden Rechnungslegungsvorschriften weitere Bereiche sehen, die die Anerkennung und Messung langfristiger Nachhaltigkeitsrisiken behindern könnten. Die Befragten sprachen sich auch für weitere Definitionen, Standards und Labels für nachhaltige Finanzanlagen und Finanzprodukte aus. Dazu gehörten:

  • EU Green Bond Standard (GBS). Insgesamt gaben die Stakeholder an, dass die Prüfer von EU Green Bonds einer Akkreditierung oder Zulassung auf EU-Ebene unterliegen sollten. Die meisten Stakeholder waren der Meinung, dass es für außereuropäische Emittenten eine Herausforderung wäre, den EU-GBS zu befolgen.
  • Prospekte und grüne Anleihen. Die Stakeholder gaben an, dass die Pflicht zur Offenlegung von Informationen über grüne Anleihen die Konsistenz verbessern und dazu beitragen würde, Greenwashing zu bekämpfen. In einigen Positionspapieren wurde die Sorge geäußert, dass die verpflichtende Offenlegung von Informationen zu mehr Komplexität führen könnte.
  • Andere Labels und Standards. Die Stakeholder befürworteten die Einführung von Standards oder Labels für energieeffiziente Hypotheken oder grüne Kredite sowie ein EU-Label für Investmentfonds. Es gab Unterstützung für die Überwachung von Mindeststandards für Nachhaltigkeits-Investmentfonds durch die Kommission oder die Europäischen Aufsichtsbehörden oder die Einführung von gesetzlich geregelten Mindeststandards und Unterstützung für eine ESG-Benchmark. In mehreren Positionspapieren wurden jedoch Bedenken geäußert, dass die Einführung weiterer Labels verfrüht ist und zu Verzerrungen führen und die Produktvielfalt einschränken könnte.

Die wichtigsten Herausforderungen, die in Bezug auf das Mainstreaming von Nachhaltigkeit im Finanzsektor angesprochen wurden, waren die folgenden

  • Nicht-nachhaltiges, kurzfristiges Gewinnstreben und Greenwashing;
  • Vermeidung von sozialen und wirtschaftlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Übergang und dem Management von "stranded assets";
  • Die Verfügbarkeit, Vergleichbarkeit und Qualität von Daten zu Umwelt, Sozialem und Governance (ESG);
  • Das Risiko der Komplexität des gesamten neuen regulatorischen Rahmens;
  • Die Sichtbarkeit der Pipeline-Projekte für Investoren; und
  • Die Notwendigkeit, die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in nachhaltige Finanzaktivitäten einzubeziehen.

Sie finden den zusammenfassenden Bericht unter nachfolgendem Link:

Summary Report

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