10. CMU/Digital Finance: EU-Kommission veröffentlicht Strategie zum aufsichtlichen Reporting

12. Januar 2022

Die EU-Kommission hat am 15. Dezember 2021 eine neue Strategie zur Verbesserung und Modernisierung der Finanzaufsichtsberichterstattung (Strategy on supervisory data in EU financial services) in der EU vorgestellt. Hauptziel der Strategie ist die Einrichtung eines Systems, das den Aufsichtsbehörden auf EU- und nationaler Ebene genaue, kohärente und zeitnahe Daten liefert und gleichzeitig den Meldeaufwand für die Finanzinstitute insgesamt minimiert. Es ist eine Initiative, die ursprünglich Teil des im November 2021 veröffentlichten Pakets für die Kapitalmarktunion (CMU) sein sollte. Die Strategie, die auf den Schlussfolgerungen des "umfassenden Fitness-Checks der EU-Aufsichtsmeldeanforderungen in den Rechtsvorschriften für den Finanzsektor" aus dem Jahr 2019 aufbaut, zielt darauf ab, die EU-Aufsichtsberichterstattung zu modernisieren und ein System einzurichten, das den Aufsichtsbehörden auf EU- und nationaler Ebene einen besseren Zugang zu Daten und einen besseren Datenaustausch ermöglicht.

Der Grundgedanke hinter dieser Initiative ist es, die derzeitigen Ineffizienzen bei den Meldeanforderungen sowie die Art und Weise der Datenerhebung zu beseitigen, da diese Elemente die Qualität und Verwendbarkeit der von den Behörden erhaltenen Daten beeinflussen.

Um dies zu erreichen, schlägt die Kommission einen schrittweisen Ansatz zur Verringerung der Umsetzungsrisiken und -kosten durch die folgenden Bausteine/Aktionen vor: i) Erhöhung der Konsistenz und Standardisierung von Daten, ii) besserer Datenaustausch zwischen den Behörden, iii) Verbesserung des Prozesses für die Entwicklung und Annahme von Berichtsanforderungen, iv) gemeinsame Verwaltung und Umsetzung und v) Förderung des Einsatzes moderner Technologien (siehe dazu noch detaillierter nachstehend).

Parallel dazu hat die Kommission die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) aufgefordert, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Meldepflichten weiter zu integrieren und die Kohärenz und Standardisierung der Daten innerhalb ihrer Sektoren zu verbessern.

Diese Strategie soll direkt zu den Zielen der Europäischen Datenstrategie und des Pakets "Digitale Finanzen" zur Förderung der digitalen Innovation in Europa beitragen. Darüber hinaus soll diese Strategie zu den Zielen einer Kapitalmarktunion beitragen und dabei helfen, einen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen zu schaffen. Diese Strategie besteht aus vier Hauptbausteinen:

  • Gewährleistung kohärenter und standardisierter Daten, die sich auf eine klare und gemeinsame Terminologie sowie auf gemeinsame Standards, Formate und Regeln stützen.
  • Erleichterung des Austauschs und der Weiterverwendung der gemeldeten Daten zwischen den Aufsichtsbehörden durch Beseitigung unangemessener rechtlicher und technischer Hindernisse, um doppelte Datenanfragen zu vermeiden.
  • Verbesserung der Gestaltung der Meldepflichten durch die Entwicklung von Leitlinien auf der Grundlage bewährter Praktiken für die Anwendung der Grundsätze der besseren Rechtsetzung im aufsichtlichen Meldewesen.
  • Einführung gemeinsamer Governance-Vereinbarungen, um die Koordinierung zu verbessern und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Aufsichtsbehörden und anderen relevanten Akteuren zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Fachwissen zu teilen und Informationen auszutauschen.

Sie finden weitere Informationen unter nachfolgendem Link:

Strategy on supervisory data in EU financial services

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