6. Sustainable Finance: EFRAG-Berichte zur Entwicklung von EU sustainability reporting standards

Am 8. März 2021 hat die Projekt-Taskforce der „European Financial Reporting Advisory Group“ (EFRAG) ihren Final Report zum Thema EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Dieser enthält einen Fahrplan zur Entwicklung eines umfassenden Satzes an EU-Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die EFRAG betont dabei, dass der Final Report keinen ersten Versuch der Standardsetzung darstellen soll. Ihr Ziel ist es, den Umfang und die Struktur zukünftiger Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beschreiben, die zur Erreichung der politischen Ziele der EU beitragen, und nicht, spezifische Offenlegungsanforderungen, Indikatoren oder Messgrößen festzulegen. Letzteres ist eine Aufgabe für den zukünftigen Standardsetzer der EU.

Der Bericht wurde im Einklang mit dem Mandat der EU-Kommission erstellt, den die EFRAG am 25. Juni 2020 erhalten haben. Es handelte sich dabei um ein Ersuchen um technische Beratung, mit dem die EFRAG aufgefordert wurde, vorbereitende Arbeiten für mögliche EU-Nachhaltigkeitsberichtsstandards in einer überarbeiteten EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung durchzuführen.

Der Bericht wird begleitet von einem weiteren Bericht über erforderliche Änderungen der EFRAG-Führung und -Finanzierung, um die Arbeit der Standardsetzung voranzutreiben. Die Empfehlungen der EFRAG sollen in die laufenden Arbeiten der Kommission zur Überprüfung der EU-Richtlinie über die nicht-finanzielle Berichterstattung (Non-Financial Reporting Directive – NFRD) einfließen. Hierzu sind die EU-Vorschläge in der zweiten Aprilhälfte 2021 zu erwarten.

Der Bericht bestätigt die Branchenkritik an der mangelnden Verfügbarkeit von ESG-Daten und den Inkonsistenzen zwischen verschiedenen EU-Vorhaben im Bereich Sustainable Finance. Es ist erfreulich, dass die EFRAG die Finanzbranche als primären Nutzer der ESG-Informationen anerkennt und deutlich macht, dass die künftigen EU-Standards kohärente und relevante Informationen entsprechend den Bedürfnissen von Assetmanagern, Banken und Versicherern sicherstellen müssen. Bei der Einführung von Standards möchte die EFRAG schrittweise vorgehen und zunächst wesentliche Regeln etablieren, zu denen die klimabezogene Berichterstattung auf Grundlage der Standards der „Task Force on Climate-related Financial Disclosures“ (TCFD) der G20 gehören sollte. Dieser erste Schritt der Standardisierung sollte von Unternehmen erstmals 2024 für Geschäftsjahre ab 2023 umgesetzt werden.

Die Empfehlungen der EFRAG enthalten auch ein klares Bekenntnis zur internationalen Harmonisierung der Standards für die ESG-Berichterstattung. In diesem Zusammenhang hat die IOSCO den dringenden Bedarf für die Verbesserung der ESG-Berichte anerkannt und die Pläne der Stiftung des „International Accounting Standards Board“ (IFRS) unterstützt, die Standardisierungsarbeiten im ESG-Bereich im Rahmen eines neu zu gründenden „Sustainability Standards Board“ voranzutreiben. Auch die IOSCO befürwortet das Vorziehen der klimabezogenen Berichterstattung, die auf die TCFD-Standards aufbauen soll.

Sie finden den Final Report der EFRAG zur Entwicklung von EU sustainability reporting standards unter nachfolgendem Link:

Final Report

zum Inhaltsverzeichnis

zum Seitenanfang