6. Sustainable Finance/CSRD: EU-Rat legt Standpunkt zur Richtlinie fest

Der EU-Rat hat am 24. Februar 2022 seinen Standpunkt („allgemeine Ausrichtung“) zu dem Vorschlag für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) festgelegt. Dieser Richtlinienentwurf ergänzt die europäische Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen.

Mit dem Vorschlag der EU-Kommission wird die Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller Informationen (NFRD) überarbeitet und die Robustheit der Verpflichtungen der Unternehmen gewährleistet, indem folgende Neuerungen eingeführt werden:

  • Ausweitung des Anwendungsbereichs auf alle großen Unternehmen und alle an einem geregelten Markt notierten Unternehmen (mit Ausnahme börsennotierter Kleinstunternehmen);
  • Erfordernis einer Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung;
  • detailliertere und standardisierte Anforderungen an die Offenlegungspflichten der Unternehmen;
  • Verbesserung des Zugangs zu Informationen, indem die Veröffentlichung in einem gesonderten Abschnitt der Lageberichte der Unternehmen vorgeschrieben wird.

Diese Änderungen werden die Rechenschaftspflicht der Unternehmen erhöhen, divergierende nationale Standards verhindern und den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft erleichtern.

Der Vorschlag zielt darauf ab, Lücken in den geltenden Vorschriften für die Angabe nichtfinanzieller Informationen zu schließen, deren Qualität und Vergleichbarkeit bislang nicht ausreichte, um eine angemessene Berücksichtigung durch die Anleger zu ermöglichen. Diese Unzulänglichkeiten behindern den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft.

Mit dieser Richtlinie wird die Vorreiterrolle der Europäischen Union bei der Festlegung nachhaltiger Standards bestätigt. Die Harmonisierung der Nachhaltigkeitsdaten wird durch die Festlegung von Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglicht, die von der Europäischen Kommission nach fachlicher Beratung durch die Europäische Beratergruppe für Rechnungslegung (EFRAG) und mehrere europäische Agenturen im Wege eines delegierten Rechtsakts angenommen werden.

Mit dem Text werden ein breiterer Anwendungsbereich sowie eine Klarstellung und Erweiterung der Berichtspflichten vorgeschlagen und es wird sichergestellt, dass die Berichterstattung verbindlichen EU-Standards entspricht. Ferner soll die digitale Verfügbarkeit von Nachhaltigkeitsinformationen zur Pflicht werden.

Der Rat hat den von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Anwendungsbereich geändert, um sicherzustellen, dass die Berichtspflichten für börsennotierte KMU nicht zu aufwändig sind (die Verpflichtungen gelten nicht für andere KMU) und ihnen ausreichend Zeit für die Anpassung an die neuen Vorschriften eingeräumt wird.

Hintergrund und nächste Schritte:

Die Europäische Kommission hatte den Vorschlag für die CSRD am 21. April 2021 vorgelegt.

Die festgelegte allgemeine Ausrichtung vervollständigt die vom Rat vereinbarte Verhandlungsposition. Damit erhält der Ratsvorsitz ein Mandat für weitere Gespräche mit dem Europäischen Parlament, die im Frühjahr 2022 beginnen sollen.

Sie finden die Dokumente unter nachfolgenden Links:

Allgemeine Ausrichtung – Vorschlag für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (5864/22)

Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (21. April 2021

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