1. Sustainable Finance/ESG: ESMA veröffentlicht Roadmap 2022-2024

14. März 2022

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 11. Februar 2022 ihren Fahrplan zu Sustainable Finance 2022-2024 veröffentlicht. Aufbauend auf der ESMA-Strategie für Sustainable Finance aus dem Jahr 2020 legt der Fahrplan die Ziele der ESMA im Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft und deren Umsetzung in den nächsten drei Jahren fest.

Dabei wurden die folgenden Prioritäten festgelegt:

  • Bekämpfung von Greenwashing und Förderung der Transparenz,
  • Ausbau der Kapazitäten der nationalen zuständigen Behörden (NCAs) und der ESMA im Bereich der nachhaltigen Finanzen und
  • Überwachung, Bewertung und Analyse von ESG-Märkten und -Risiken.

Diese Priorisierungen sollen gebündelt die Basis für ein nachhaltigeres Wirtschaften schaffen und durch eine konkretisierte Aktionsliste angegangen werden. Zeitnah wird ESMA außerdem zur Beteiligung von Stakeholder-Kandidaten an einer Konsultativen Arbeitsgruppe zur Unterstützung aufrufen.

Die Bekämpfung von Greenwashing und die Förderung von Transparenz sind ein entscheidender Faktor für die Sustainable-Finance-Strategie. Die Kombination aus wachsender Nachfrage nach ESG-Investitionen und sich schnell entwickelnden Märkten schafft Raum für Greenwashing. Bei Greenwashing handelt es sich um ein komplexes und vielschichtiges Problem, das verschiedene Formen annimmt, unterschiedliche Ursachen hat und das Potenzial hat, sich nachteilig auf Anleger auszuwirken, die nachhaltige Investitionen tätigen wollen. Die Untersuchung dieses Problems, die Definition seiner grundlegenden Merkmale und seine Bekämpfung durch koordinierte Maßnahmen über mehrere Sektoren hinweg sowie die Suche nach gemeinsamen Lösungen in der gesamten EU werden für den Schutz der Anleger entscheidend sein.

Im Bereich Asset Management identifizierte ESMA folgende Bereiche mit erhöhtem Risiko für Greenwashing:

  • Ungleiches Verständnis für die Art der Produkte die unter die Artikel 8 und 9 der Verordnung über Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzierungen ("SFDR"), was zu uneinheitlicher Offenlegung führt. Hier sollen insbesondere weitere Kriterien (Mindeststandards) bestimmt werden für Fonds, die als Artikel-8-Fonds klassifiziert werden. ESMA hat auch wiederholt klargestellt, dass die Produktkategorisierung nach der SFDR keine Labels darstellten, sondern die SFDR Offenlegungen zum Inhalt hat. Auch die PAI KPIs unter der SFDR sollen wieder überprüft werden.
  • Fehlende Informationen über Einschränkungen in Bezug auf Methodik oder Daten, die bei ESG-Offenlegungen verwendet werden.
  • Ungleichgewicht zwischen der Betonung von ESG-Merkmalen in der Präsentation eines Anlageprodukts und der tatsächlich umgesetzten Strategie tatsächlich umgesetzt wird.

ESMA wird den Fahrplan, einschließlich der ermittelten Prioritäten und Schwerpunktbereiche, während des gesamten Durchführungszeitraums von 2022 bis 2024 laufend überprüfen. Dadurch wird sichergestellt, dass die wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Mandat der ESMA für Sustainable Finance weiterhin angegangen werden, da sich dieser wichtige Bereich ständig weiterentwickelt.

Sie finden die Sustainable Finance Roadmap 2022-2024 hier:

Roadmap

Die ESMA-Strategie für Sustainable Finance (2020) finden Sie hier:

Strategy

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