14. ESA: Gemeinsamer Risikobewertungsbericht 2021 veröffentlicht

11. Mai 2021

Die ESAs haben am 31. März 2021 ihren ersten gemeinsamen Risikobewertungsbericht in 2021 veröffentlicht (in der letzten Infomail berichteten wir über den am 17. März 2021 allein von ESMA veröffentlichten entsprechenden Bericht). Der Bericht zeigt auf, wie die COVID-19-Pandemie die kurzfristigen Erholungsaussichten weiterhin stark belastet. Er zeigt weiterhin eine Reihe von Schwachstellen an den Finanzmärkten auf und warnt vor möglichen weiteren Marktkorrekturen und einer Verschlechterung der Asset-Qualität. In Anbetracht der Risiken und Unsicherheiten raten die ESAs den zuständigen nationalen Behörden, Finanzinstituten und Marktteilnehmern, die folgenden Maßnahmen zu ergreifen:

  • Vorbereitung auf eine erwartete Verschlechterung der Qualität von Vermögenswerten: Die Banken sollten ihre Vorsorgemodelle anpassen, um die Auswirkungen des wirtschaftlichen Schocks der Pandemie angemessen zu berücksichtigen und eine rechtzeitige Bildung von Rückstellungen in angemessener Höhe zu gewährleisten. Sie sollten sich bemühen, überschuldete, aber überlebensfähige Engagements effizient zu restrukturieren. Die Aufsichtsbehörden sollten der Risikovorsorgepolitik der Banken weiterhin besondere Aufmerksamkeit schenken;
  • Weitere Maßnahmen entwickeln, um einem "Niedrigzinsumfeld" und seinen Risiken Rechnung zu tragen: Niedrige Zinsen sind zwar wichtig, um die Wirtschaftstätigkeit zu unterstützen, wirken sich aber negativ auf die Zinserträge der Banken aus und bleiben das Hauptrisiko für den Lebensversicherungs- und Pensionsfondssektor. Für Versicherer ist es wichtig, dass der regulatorische Rahmen auch den starken Zinsrückgang der letzten Jahre und die Existenz von Negativzinsen widerspiegelt. Finanzinstitute sollten auch weiterhin Zinsänderungen beobachten und darauf vorbereitet sein, insbesondere angesichts der jüngsten Verschiebungen der langfristigen Zinssätze nach oben und der daraus resultierenden Sorgen über wieder aufkommenden Inflationsdruck;
  • Sicherstellung solider Kreditvergabepraktiken und angemessener Bepreisung von Risiken: Die Banken sollten weiterhin gründliche Risikobewertungen vornehmen, um sicherzustellen, dass die Kreditvergabe auch in Zukunft tragfähig bleibt, und dies sollte von den Aufsichtsbehörden genau überwacht werden. Die Banken sollten weiterhin gründliche Risikobewertungen vornehmen, um sicherzustellen, dass die Kreditvergabe tragfähig bleibt, auch nach dem Auslaufen öffentlicher Unterstützungsmaßnahmen wie Kreditmoratorien und öffentlicher Garantieregelungen;
  • Befolgen einer konservativen Politik bei Dividenden und Aktienrückkäufen: Ausschüttungen sollten die Schwellenwerte der Vorsicht nicht überschreiten; und
  • Investmentfonds sollten ihre Vorbereitung auf einen potenziellen Anstieg der Rücknahmen und Bewertungsschocks weiter verbessern: Zu diesem Zweck sollte die Abstimmung der Anlagestrategie, des Liquiditätsprofils und der Rücknahmepolitik der Fonds sowie die Liquiditätsrisikobewertung und die Bewertungsprozesse der Fonds im Kontext der Bewertungsunsicherheit überwacht werden.

Den Bericht der ESAs finden Sie hier:

Risikobewertungsbericht

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