7. AIFMD: Prüfung und Ergänzungsvorschläge durch den ESRB zum Review

13. April 2022

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board, ESRB) hat am 23. März 2022 und damit einen Tag vor Ablauf der Konsultationsfrist zum AIFMD-Review, an welchem sich auch der BAI beteiligt hatte, in einem offenen Brief an das Europäische Parlament und an die Arbeitsgruppe des Rates (Council Working Party) Stellung genommen zu den von der Kommission vorgeschlagenen Änderungen an der AIFMD.

Demnach habe die AIFMD bereits in ihrer gegenwärtigen Gestalt zur Stabilität des Finanzsystems beigetragen, indem Leverage in AIF reduziert und der ESRB und anderen Aufsichtsbehörden durch die geschaffenen Meldepflichten Möglichkeiten zur Überwachung von systemischen Risiken geben.

Die Kommission sei in ihrem Vorschlag weitestgehend den entsprechenden Vorschlägen des ESRB gefolgt. Insbesondere wurden die Bedeutung der Vorschläge hervorgehoben, die Verfügbarkeit von Instrumenten für das Liquiditätsmanagement für AIFM zu erhöhen und einen harmonisierten Berichtsrahmen für OGAW (UCITS) und OGAW-Managementgesellschaften zu begründen; diese dürften aufgrund ihrer hohen Bedeutung auch nicht verwässert werden.

Weiterhin weist der ESRB auf drei bislang unberücksichtigte Bereiche hin, in denen der von der Kommission vorgebrachte Vorschlag weiter verbessert werden könnte:

1. Beseitigung von Liquiditätsinkongruenzen bei offenen alternativen Investmentfonds (AIF)

AIFs können durch Investitionen in bedeutend weniger liquide Anlagegüter (z.B. Immobilien, Darlehen und andere alternative Investments) ihre Liquidität erheblich transformieren, während sie Investoren weiterhin häufige Rückzahlungsmöglichkeiten anbieten. Dies könne bei starkem Rückzahlungsdruck durch Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu starken Marktfällen durch AIF führen.

2. Verbesserung der Arbeit der makroprudenziellen Behörden durch einen besseren Zugang zu Daten für die Überwachung von Systemrisiken

Mangelhafter Zugang zu entsprechenden Daten könnte die Fähigkeit des ESRB gefährden, die Bedeutung des Investmentfondssektors für den Aufbau systemischer Risiken zu verstehen und bei Notwendigkeit angemessene administrative Antworten zu entwickeln.

3. Erstellung weiterer Leitlinien für die Anwendung von makroprudenziellen Leverage-Limits

Die Verwendung von Leverage durch Investmentfonds könne zur Prozyklität und dem Aufbau von Systemrisiken beitragen, zum Beispiel durch Notverkäufe, die synergetisch mit den oben dargestellten Risiken aus Liquiditätsumwandlung andere Marktbewegungen verstärken.

Sie finden die Schreiben des ESRB an das Europäische Parlament und die Arbeitsgruppe des Rates unter den folgenden Links:

Europäisches Parlament

Arbeitsgruppe des Rates

 

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