12. BaFin: Jahresbericht 2020 veröffentlicht

17. Juni 2021

Die BaFin als deutsche Allfinanzaufsicht hat am 18. Mai 2021 ihre Jahrespressekonferenz abgehalten und den Jahresbericht für 2020 veröffentlicht. Der Jahresbericht enthält eine Vielzahl von Informationen über sämtliche beaufsichtigten Sektoren des Finanzmarktes. Mit Blick auf die Fondsbranche von Interesse sind die Ausführungen zu Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) und Investmentfonds:

Im Jahr 2020 erhielten 20 deutsche KVGen (Vorjahr: neun Gesellschaften) die Erlaubnis, Investmentvermögen zu verwalten, oder die BaFin erweiterte ihre bereits bestehende Zulassung. Insgesamt drei Gesellschaften gaben ihre Erlaubnis zurück; im Vorjahr waren es vier gewesen. Ende 2020 verfügten damit 143 Unternehmen mit Sitz in Deutschland über eine Erlaubnis nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) (Vorjahr: 143 Unternehmen). Darüber hinaus ließen sich 48 KVGen nach § 44 KAGB registrieren; 2019 hatten sich 49 Gesellschaften eintragen lassen. 21 Gesellschaften gaben ihre Registrierung zurück. Damit belief sich die Gesamtzahl der registrierten KVGen Ende 2020 auf 431 (Vorjahr: 404 KVGen).

In zwölf Fällen gründeten KVGen eine Zweigniederlassung in einem anderen EU-Mitgliedstaat oder boten ihre Dienstleistungen grenzüberschreitend an (Vorjahr: 15 Fälle). Dem standen 37 Gesellschaften aus dem EU-Ausland gegenüber, die der BaFin die Gründung einer Zweigniederlassung oder die Aufnahme grenzüberschreitender Dienstleistungen in Deutschland anzeigten (Vorjahr: 126 KVGen).

Auch im Jahr 2020 wuchs der deutsche Investmentmarkt weiter. Sowohl Spezial- als auch Publikumsfonds konnten Mittelzuflüsse verzeichnen. Insgesamt genehmigte die BaFin im Berichtsjahr 164 neue Publikumsinvestmentvermögen nach dem KAGB, darunter 125 Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW), 7 offene Publikums-­AIF und 32 geschlossene Publikums-AIF. Im Jahr 2019 hatte die Aufsicht 161 Publikumsinvestmentvermögen nach dem KAGB zugelassen, darunter 126 OGAW, sechs offene Publikums-­AIF und 29 geschlossene Publikums-AIF.

Ende 2020 besaßen 66 KVGen die Erlaubnis, offene Immobilienfonds zu verwalten (Vorjahr: 64 KVGen). Die BaFin hatte im Jahr 2020 drei Gesellschaften die entsprechende Zulassung erteilt. Zum Jahresende verwalteten insgesamt 18 KVGen offene Immobilien-Publikumsfonds. 41 Gesellschaften beschränkten sich im Jahr 2020 auf die Verwaltung von offenen Immobilien­-Spezialfonds. Sieben Gesellschaften haben von der entsprechenden Zulassung keinen Gebrauch gemacht und noch keine offenen Immobilienfonds aufgelegt.

Ende 2020 existierten in Deutschland zwölf Hedgefonds (Vorjahr: 13 Hedgefonds). Das von ihnen insgesamt verwaltete Volumen betrug alles in allem 4,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,98 Milliarden Euro). Wie im Jahr 2019 gab es auf dem deutschen Markt keinen inländischen Dach-Hedgefonds.

Im Jahr 2020 waren 10.409 vertriebsberechtigte EU-OGAW-Fonds (Vorjahr: 10.550 Fonds) in Deutschland zugelassen. Bei der BaFin gingen insgesamt 849 Neuanzeigen von Gesellschaften ein, die EU-OGAW-Fonds in Deutschland vertreiben wollten; 2019 waren es 886 Neuanzeigen gewesen. Der Großteil der Anzeigen, nämlich 443 Meldungen, kam auch 2020 – wie schon in den Vorjahren – aus Luxemburg. Daneben erhielt die BaFin 303 Anzeigen aus Irland, 45 aus Frankreich und 25 Anzeigen aus Österreich. In 990 Fällen wurde der Vertrieb von EU-OGAW-Fonds eingestellt.

Darüber hinaus verfügten 3.075 EU-AIF und 527 AIF aus ausländischen Drittstaaten über die Berechtigung, Anteile oder Aktien in Deutschland zu vertreiben (Vorjahr: 2.715 EU-AIF und 445 AIF aus ausländischen Drittstaaten). 2.233 davon stammten aus Luxemburg, 41 aus dem Vereinigten Königreich, 289 aus Irland, 146 von den Kaimaninseln, 153 aus den USA, 232 aus Frankreich, 108 aus den Niederlanden sowie 37 aus der Schweiz. Insgesamt 900 AIF (Vorjahr: 847 AIF) nahmen 2020 den Vertrieb in Deutschland auf. Davon kamen 745 aus Luxemburg, 47 aus dem Vereinigten Königreich, 53 aus Irland, 41 aus den USA und 25 von den Kaimaninseln. Auf der anderen Seite stellten 791 EU-AIF und ausländische AIF ihren Vertrieb ein, darunter 253 aus Luxemburg, 295 aus dem Vereinigten Königreich und 82 aus Irland.

Weiterhin enthält der Bericht Updates zu folgenden Themen:

  • Liquiditätssteuerung bei offenen Investmentvermögen
  • Taxonomie-Verordnung
  • MiCA-Verordnung
  • Single Rulebook
  • Wertpapierinstitutsgesetz.

Sie finden den Jahresbericht 2020 unter folgendem Link:

Jahresbericht

Das Statement zur Jahrespressekonferenz 2021 finden Sie hier:

Statement

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