8. MiFID II: EU-Kommission veröffentlicht Studie zu Researchkosten

10. November 2020

Eine im Auftrag der EU-Kommission durchgeführte Studie der Beratungsfirma Risk Control zu den Auswirkungen der getrennten Bezahlung (sog. Unbundling) von Investmentanalysen (Research) und Handelsaufträgen auf das Angebot von Research zu kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) sowie Anleihen bestätigt den derzeit auf EU-Ebene diskutierten Reformbedarf. Die EU diskutiert eine begrenzte Wiederzulassung der Bezahlung von Research mit Handelskommissionen in der MiFID II, um die Bereitstellung insbesondere von Analysen für KMU zu verbessern sowie die Doppelbezahlung von Anleiheanalysen durch Handelserträge und die gleichzeitig vorgeschriebene Bezahlung von Research zu beenden.

Die Studie stellt eine Reduzierung der Researchbudgets der Assetmanager verbunden mit niedrigeren Preisen für institutionelle Anleger fest. Allerdings betont die Studie auch, dass es bereits vor dem Unbundling einen Trend zu einem geringeren Researchangebot für europäische Aktien gegeben hat, so dass der Abschwung für KMU-Analysen auch zyklische Gründe hat. Auch die Qualität der Analysen ist durch das Unbundling nicht gefährdet worden. Beim Research für Anleihen gibt es strukturelle Brüche. Das verfügbare Analysevolumen ist im Vergleich zur Aktienanalyse ohnehin gering und wird weiter reduziert, da einige Anbieter die Veröffentlichung von Analysen zugunsten einer Anlagestrategieberatung verändert haben. Beim so genannten „Corporate Access“ hat die MiFID II die Investor-Relations-Aktivitäten stark verändert, da Wertpapierhandelshäuser ihre traditionelle Rolle bei der Vermittlung von Kontakten zwischen Emittenten und Anlegern verringert haben.

Sie finden die Studie unter nachfolgendem Link:

Studie zu Researchkosten unter MiFID II

zum Inhaltsverzeichnis

zum Seitenanfang