11. Digital Finance/Crypto Assets: Konsultation der BIZ, Fahrplan von IOSCO, Erklärung des FSB

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat am 30. Juni 2022 ein zweites Konsultationspapier über die aufsichtsrechtliche Behandlung von Krypto-Assets veröffentlicht. Zur Erinnerung: In der ersten Konsultation des Ausschusses zur aufsichtlichen Behandlung von Krypto-Vermögenswerten wurden i) die Risikomerkmale von Krypto-Vermögenswerten hervorgehoben, ii) die Notwendigkeit einer einfachen aufsichtlichen Behandlung und von Mindeststandards für international tätige Banken betont und iii) Krypto-Vermögenswerte in zwei Gruppen eingeteilt: solche, die eine Reihe von Klassifizierungsbedingungen vollständig erfüllen, und solche, die keine dieser Bedingungen erfüllen. Die zweite Konsultation ändert die erste Reihe von Vorschlägen durch i) die Entwicklung des spezifischen Standardtextes für die Aufnahme in die Basler Rahmenvereinbarung, ii) die Verfeinerung der Klassifizierungsbedingungen, iii) den Zusatz zum Infrastrukturrisiko, iv) weitere Einzelheiten zur Anwendung der Liquiditätsregeln, v) und die Risikolimits für Vermögenswerte der Gruppe 2. Der Ausschuss möchte bis zum 30. September Stellungnahmen und Kommentare zu den vorgeschlagenen Änderungen einholen und dürfte die endgültigen Standards bis zum Jahresende veröffentlichen.

Die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) hat am 7. Juli 2022 ihren Fahrplan für Krypto-Assets für 2022-2023 veröffentlicht, in dem sie ihre regulatorische Agenda und ihr Arbeitsprogramm für die nächsten 12 bis 24 Monate darlegt. Zur Erinnerung: Die FinTech-Taskforce (FTF) auf Vorstandsebene der IOSCO erhielt das Mandat, die regulatorische Agenda der IOSCO für FinTech und Krypto-Assets zu entwickeln, zu beaufsichtigen, zu liefern und umzusetzen. Gemäß der Roadmap wird sich die FTF auf die Überwachung der Entwicklungen der Krypto-Asset-Märkte, FinTech-bezogene Trends und Innovationen konzentrieren. Zwei Arbeitsgruppen, eine zu Krypto und digitalen Vermögenswerten (CDA) und eine zu dezentraler Finanzierung (DeFi), sollen bis Ende 2023 Berichte mit politischen Empfehlungen veröffentlichen.

Am 11. Juli 2022 hat der Rat für Finanzstabilität (Financial Stability Board, FSB) eine Erklärung zur internationalen Regulierung und Beaufsichtigung von Krypto-Asset-Aktivitäten veröffentlicht. Das Dokument hebt die Volatilität von Kryptoanlagen, strukturelle Schwachstellen und die zunehmende Verflechtung mit dem traditionellen Finanzsystem hervor. Dem FSB zufolge gehören der potenzielle Ausfall eines Marktteilnehmers, große Verluste für Investoren und das Marktvertrauen zu den größten Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Darüber hinaus stellt das FSB fest, dass sich der Markt für Krypto-Assets zusammen mit Stablecoins schnell entwickelt und einen wirksamen Regulierungsrahmen erfordert, um Risiken zu bewältigen und gleichzeitig Innovation und technologische Entwicklung zu gewährleisten. In der Erklärung wird dargelegt, dass das FSB plant, den G20-Finanzministern im Oktober 2022 einen Bericht mit hochrangigen Empfehlungen für die Regulierung, Aufsicht und Überwachung von Stablecoins vorzulegen. Parallel dazu veröffentlichten der Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Marktinfrastrukturen (CPMI) der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) am 13. Juli eine Reihe von Leitlinien zur Anwendung der Grundsätze für Finanzmarktinfrastrukturen (PFMI) auf Stablecoin-Vereinbarungen (SA), die als systemrelevant angesehen werden. Die Leitlinien besagen, dass von einer systemrelevanten Stablecoin-Vereinbarung, die eine Transferfunktion ausübt, erwartet wird, dass sie alle relevanten Grundsätze der Grundsätze für Finanzmarktinfrastrukturen (PFMI) einhält. In den Leitlinien werden auch andere Themen angesprochen, wie z. B.: i) Governance, ii) ein Rahmen für ein umfassendes Risikomanagement, iii) Endgültigkeit der Abrechnung und iv) Geldabrechnungen.

Nächste Schritte: Im Anschluss an den Bericht des FSB an die G20-Minister wird das Gremium versuchen, seine Bemühungen mit anderen internationalen Standardsetzungsgremien wie der BIZ und der IOSCO zu verbinden, um das Risiko einer Fragmentierung und regulatorischen Arbitrage zu minimieren.

Die zweite Konsultation der BIZ finden Sie hier:

Konsultation

Den Fahrplan der IOSCO finden Sie hier:

Roadmap

Das Statement des FSB finden Sie hier:

Statement

 

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