6. Sustainable Finance/IOSCO: Bericht zu Nachhaltigkeits-Empfehlungen veröffentlicht

09. November 2021

Die Internationale Organisation für Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) hat am 2. November 2021 ihren Abschlussbericht zur Konsultation zu Empfehlungen zu nachhaltigkeitsrelevanten Praktiken, Richtlinien, Verfahren und Offenlegungen in der Vermögensverwaltung veröffentlicht (Recommendations on Sustainability-Related Practices, Policies, Procedures and Disclosure in Asset Management – Final Report). Die Konsultation lief bis zum 15. August 2021. Der Abschlussbericht, der von der IOSCO Task Force on Sustainable Finance (STF) erstellt wurde, folgt auf den Konsultationsbericht, der am 30. Juni 2021 veröffentlicht wurde. Dieser Bericht zielt darauf ab, nachhaltigkeitsbezogene Praktiken, Strategien, Verfahren und Offenlegungen in der Vermögensverwaltungsbranche durch fünf Empfehlungen für Wertpapieraufsichtsbehörden und politische Entscheidungsträger zu verbessern. Diese Empfehlungen sollen eine Liste potenzieller Bereiche liefern, die in Betracht gezogen werden können, wenn Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger die Entwicklung nachhaltigkeitsbezogener Regeln und Vorschriften im Einklang mit ihren Mandaten und nationalen Regulierungsrahmen erwägen.

Die endgültigen Empfehlungen, welche die nach der Veröffentlichung des Konsultationsberichts eingegangenen Kommentare widerspiegeln, lauten wie folgt:

  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden und/oder politischen Entscheidungsträger sollten in Erwägung ziehen, regulatorische und aufsichtsrechtliche Erwartungen an Vermögensverwalter in Bezug auf Folgendes festzulegen: (a) Entwicklung und Umsetzung von Praktiken, Strategien und Verfahren in Bezug auf wesentliche nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen; und (b) die entsprechende Offenlegung.
  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden und/oder die politischen Entscheidungsträger sollten gegebenenfalls eine Klärung und/oder Erweiterung bestehender regulatorischer Anforderungen oder Leitlinien oder, falls erforderlich, die Schaffung neuer regulatorischer Anforderungen oder Leitlinien in Betracht ziehen, um die Offenlegung auf Produktebene zu verbessern und den Anlegern ein besseres Verständnis von (a) nachhaltigkeitsbezogenen Produkten und (b) wesentlichen nachhaltigkeitsbezogenen Risiken für alle Produkte zu ermöglichen.
  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden und/oder politischen Entscheidungsträger sollten über Aufsichtsinstrumente verfügen, um überwachen und bewerten zu können, ob Vermögensverwalter und nachhaltigkeitsbezogene Produkte die regulatorischen Anforderungen einhalten, sowie über Durchsetzungsinstrumente verfügen, um gegen Verstöße gegen diese Anforderungen vorgehen zu können.
  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden und/oder politischen Entscheidungsträger sollten in Erwägung ziehen, die Branchenteilnehmer zu ermutigen, gemeinsame Begriffe und Definitionen im Zusammenhang mit nachhaltigen Finanzen zu entwickeln, auch in Bezug auf ESG-Ansätze, um die Konsistenz in der gesamten globalen Vermögensverwaltungsbranche sicherzustellen.
  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden und/oder politischen Entscheidungsträger sollten gegebenenfalls die Förderung von Finanz- und Anlegerbildungsinitiativen in Bezug auf Nachhaltigkeit in Erwägung ziehen oder gegebenenfalls bestehende nachhaltigkeitsbezogene Initiativen verbessern.

Der BAI hatte sich an der IOSCO-Konsultation ebenfalls beteiligt.

Sie finden den Abschlussbericht unter nachfolgendem Link:

Final Report

zum Inhaltsverzeichnis

zum Seitenanfang