1. CMU/Solvency II/CRR/Verbriefungen: Stärkung von Banken und Versicherern als Investoren

Die EU-Kommission will regulatorische Hindernisse für langfristige Investitionen von Versicherungen beseitigen, ohne dass dabei die Finanzstabilität und der Schutz der Versicherungsnehmer beeinträchtigt werden. Ein weiteres Ziel ist es, eine angemessene aufsichtliche Behandlung langfristiger Investitionen von Banken in KMU-Eigenkapital sicherzustellen. Zudem wird sie Möglichkeiten prüfen, Market-Making-Tätigkeiten von Banken und anderen Finanzunternehmen zu fördern. Es handelt sich hierbei um Maßnahme 4 der insgesamt 16 regulatorischen Maßnahmen, welche die EU-Kommission am

Mit ihrer breiten Kundenbasis könnten Banken bei der Bereitstellung von Finanzmitteln für Unternehmen – über die herkömmliche Kreditvergabe oder Eigenkapitalbeteiligung hinaus – eine noch größere Rolle spielen. Sind Banken nicht in der Lage oder bereit, einen Kredit zu vergeben, könnten sie KMU stattdessen an alternative Geldgeber verweisen. Derzeit sind Banken verpflichtet, Gründe anzugeben, wenn sie einem KMU einen Kredit verweigern und das betreffende Unternehmen eine Begründung verlangt. Würde die Bank das KMU proaktiv an alternative Geldgeber verweisen, so würde dies den Unternehmen die Kosten der Suche nach Alternativen ersparen und das Bewusstsein für die verschiedenen Möglichkeiten einer marktbasierten Finanzierung allgemein fördern. Entsprechende Regelungen könnten sich auf die Maßnahmen stützen, die im Rahmen des vorangegangenen Aktionsplans für die Kapitalmarktunion bereits getroffen wurden, um die Rückmeldungen gegenüber KMU bei der Ablehnung von Kreditanträgen zu verbessern.

Als Maßnahme 5 wird die EU-Kommission ebenfalls prüfen, ob es möglich und sinnvoll wäre, Banken zu verpflichten, KMU, deren Kreditantrag sie abgelehnt haben, an alternative Geldgeber zu verweisen.

Mithilfe der Kapitalmärkte können Banken auch ihre Kapazitäten für die Kreditvergabe an Unternehmen erweitern. Banken können einige ihrer Kredite an institutionelle Anleger abstoßen, indem sie sie in handelbare Wertpapiere umwandeln. Diese Verbriefung von Kreditforderungen ermöglicht es Banken, Kreditrisiken zu übertragen und so Kapital für die Kreditvergabe an Unternehmen freizusetzen. Besonders relevant ist dies während der wirtschaftlichen Erholungsphase, wenn Banken unter Druck stehen, Kredite (insbesondere an KMU) zu vergeben und somit ihre Bilanzen auszuweiten. Zudem könnte eine „grüne Verbriefung“ Finanzierungen für die Umstellung auf eine umweltfreundliche Wirtschaft mobilisieren. Da bei der Verbriefung Finanzinstrumente geschaffen werden, mit denen Vermögenswerte gebündelt werden, bieten sich dadurch auch erhebliche Diversifizierungsvorteile für die Anleger. Da die letzte Finanzkrise durch überhitzte und übermäßig komplexe Verbriefungsmärkte mitverursacht wurde, müsste dies jedoch angemessen reguliert werden. Die Kommission hat vor Kurzem gezielte Änderungen an den Verbriefungsvorschriften vorgeschlagen, um es den Banken zu ermöglichen, ihre Kreditvergabe auszuweiten und notleidende Risikopositionen aus ihren Bilanzen zu entfernen. Auf dieser Grundlage könnten weitere Anpassungen der Rechtsvorschriften dazu beitragen, die Kreditvergabe mithilfe der EU-Verbriefungsmärkte zu fördern und gleichzeitig die Finanzstabilität in der EU zu wahren.

Der Bericht findet sich unter nachfolgendem Link:

Neue regulatorische Aktivitäten im Rahmen der Kapitalmarktunion

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