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Absolute Return

Absolute Return (absolute Rendite) misst die Wertveränderung einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum. Diese Wertveränderung wird nicht relativ im Kontext zu einer anderen Anlage/Index (Benchmark) gemessen, daher auch der Begriff Absolut(e). Manager von Absolute-Return-Fonds versuchen unabhängig von der vorherrschenden Marktsituation eine stetig positive Rendite zu erzielen. Absolute-Return-Manager erhalten eine quantitative Zielvorgabe (i. d. R. Mindestrendite in Prozent), an der sie gemessen werden und sind dafür flexibler, was Auswahl der Assetklassen und deren Gewichtung anbetrifft.

Alternative Investmentfonds (AIF)

Als Alternative Investmentfonds (AIF) werden alle Fonds bezeichnet, die nicht als OGAW klassifiziert sind. AIF können in deutlich mehr Finanzprodukte investieren als OGAW.

Aktives Investment

Bei einem aktiven Investment wird versucht, eine höhere Rendite als im Markt üblich zu erzielen. Somit erfolgt eine stetige Anpassung an sowie Reaktion auf das aktuelle Marktumfeld. Folglich ändern sich im Verlauf der Zeit auch die eingegangenen Positionen.

Alpha

Als Alpha werden in der Asset-Pricing-Theorie erzielte Überrenditen bezeichnet. Diese Überrenditen sind nicht auf zusätzlich eingegangene systematische Risiken (sogenannte Marktrisiken) zurückzuführen. Daher spiegelt das Alpha beispielsweise auch die Fähigkeit eines Fondsmanagers den „Markt zu schlagen“ wider. Solche Überrenditen können entweder über Timing (Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs von Wertpapieren) oder Stock Picking (Wertpapierauswahl) erzielt werden.

Alternative Investments (AI)

Der Begriff wird oft mit Infrastruktur oder Private Equity verbunden, dabei erstreckt sich das Feld der Alternative Investments (AI) jedoch ebenso auf die Bereiche Private Debt, Real Estate, Hedgefonds oder Rohstoffe sowie viele weitere Spezialitäten wie beispielsweise Flugzeug- oder Schiffsfinanzierung und auch Krypto-Assets. Da keine allgemeingültige Definition existiert, findet man diverse Auslegungen. Der BAI versteht unter Alternative Investments die Investition in nicht traditionelle Anlageklassen (außerhalb von Aktien und Anleihen) oder die Investition in diese Anlageklassen unter Zuhilfenahme komplexer, nicht traditioneller Strategien.

Alternative Lenders

Alternative Lenders sind insbesondere institutionelle Investoren, die anderen, i. d. R. Unternehmen, ihr Kapital als Kredit zur Verfügung stellen, jedoch keine (Geschäfts-)Bank sind.

Anlagevehikel

Bei einem Anlagevehikel handelt es sich i. d. R. um eine gesondert gegründete Gesellschaft, mit dem eine Investition in eine bestimmte Anlageklasse oder einen bestimmten Fonds getätigt wird.

Arbitrage

Arbitrage ist die risikofreie Nutzung von Preisdifferenzen an unterschiedlichen Orten (Märkten) zur selben Zeit. Beispielsweise bezeichnet Arbitrage, wenn dasselbe Gut an einem Markt günstiger erworben und zur selben Zeit an einem anderen Markt zu einem höheren Preis veräußert werden kann.

Asset Allocation

Die Asset Allocation definiert, zu welchen prozentualen Anteilen ein anzulegendes Vermögen eines Investors auf die einzelnen Assetklassen verteilt wird. Um die Ausrichtung auch in Abhängigkeit der Verbindlichkeiten (z. B. Pensionszahlungen) zu gestalten, definieren institutionelle Investoren (z. B. Pensionskassen) unter Risiko-, Rendite- und Cash Flow Aspekten ihre jeweilige langfristige, strategische Asset Allocation.

Asset Backed Securities (ABS)

Bei Asset Backed Securities (ABS) handelt es sich um Wertpapiere, die mit Vermögensgegenständen besichert sind. Als Vermögensgegenstände dienen beispielsweise Darlehen oder Forderungen wie etwa Autokredite, Hypotheken, Kreditkartendarlehen. Je nach Art der Vermögensgegenstände werden verschiedene Typen von ABS unterschieden.

Asset Management

Unter Asset Management versteht man die professionelle Verwaltung von Vermögenswerten. Das heißt, Assetmanager investieren das ihnen zur Verfügung gestellte Kapital (Assets under Management; kurz: AuM) entsprechend der Anlagerichtlinien und Rendite-/Risikopräferenzen ihrer jeweiligen Auftraggeber, i. d. R institutionelle Investoren.

Assets under Management (AuM)

Assets under Management (Englisch für verwaltetes Vermögen) ist eine Kennziffer für die Vermögenswerte, die durch einen Assetmanager verwaltet werden. Beziffert wird das Kapital, welches dem Assetmanager von Investoren zur Verfügung gestellt wurde.

Ausfallwahrscheinlichkeit

Als (Zahlungs-)Ausfallwahrscheinlichkeit wird die Wahrscheinlichkeit bezeichnet, dass ein Kreditnehmer nicht (mehr) in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen (Zins und Tilgung) nach zu kommen. Dies ist insbesondere bei Private Debt Investitionen relevant.

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Aufgabe der BaFin ist, ein stabiles und vertrauenswürdiges deutsches Finanzsystem zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem auch die Kontrolle und Aufsicht des Wertpapierhandels, auch im Bereich der Alternativen Investments. Zudem beaufsichtigt die BaFin auch institutionelle Investoren wie z. B. Pensionskassen.

Benchmark

Unter einer Benchmark versteht man eine Vergleichsgröße, mit der die Performance von Investitionen verglichen werden kann. Als Benchmark werden häufig Indizes wie der DAX oder der MSCI Word genutzt. Die Indizes stehen dabei als Proxy für das allgemeine Marktumfeld und bewerten, wie die Investition im Vergleich zu diesen abschneidet.

Beta

In der Asset-Pricing-Theorie bezeichnet Beta den Teil einer Rendite, welcher auf das systematische Risiko zurückzuführen ist. Das systematische Risiko ist das Risiko, welchem alle Investitionen aus einem bestimmten Markt unterliegen. Im Gegensatz zu unsystematische/idiosynkratische Risiken, lässt sich dieses Risiko nicht innerhalb eines Marktes diversifizieren. So gehen Fondsmanager systematische Risiken (z. B. Zinsänderungsrisiken) gezielt ein, um an den entsprechenden Risikoprämien zu partizipieren.

Blockchain

Die Blockchain ist ein gemeinschaftliches, unveränderliches „Register“, das den Prozess der Aufzeichnung von Transaktionen und die Nachverfolgung von Assets (Vermögenswerten) in einem Netzwerk (z. B. von Unternehmen) erleichtert. Kontinuierlich erweiterbare Listen von Datensätzen (Blöcken), können so mit Hilfe kryptographischer Verfahren miteinander verkettet werden. Entscheidend ist, dass neue Transaktionen auf früheren Transaktionen aufbauen und deren Validität bestätigen. Damit wird es unmöglich, die Existenz oder den Inhalt früherer Transaktionen zu manipulieren, ohne gleichzeitig alle späteren Transaktionen zu zerstören. Die Assets können materiell oder immateriell sein. Die Blockchain wird in einem Distributed-Ledger gespeichert. Praktisch alles von Wert kann in einem Blockchain-Netzwerk erfasst und gehandelt werden. Dadurch sollen das Risiko und die Kosten für alle Beteiligten reduziert werden.

Bridge-Financing

Englisch für Brückenfinanzierung, siehe Brückenfinanzierung.

Brownfield-Investments

Das eingeworbene Kapital von Brownfield-Investitionen wird zur Erweiterung oder Sanierung bereits bestehender Infrastruktur sowie deren anschließenden Betriebs- und Wartungskosten aufgewendet. Es handelt sich somit um eine Investition in bereits entwickelte und ggf. schon operativ tätige Objekte oder in neue Projekte mit bereits hinreichend erprobter Technologie. Da es sich um kein vollständig neues Objekt (Greenfield-Projekt) handelt, ist das Risiko bei Brownfield-Investments überschaubarer und somit geringer, entsprechend auch das Renditepotential.

Brückenfinanzierung

Brückenfinanzierungen werden dann verwendet, wenn die angedachte Finanzierungsquelle noch nicht zur Verfügung steht. Die Laufzeit dieser Darlehensart beträgt meist nur wenige Monate. Beispielsweise wird bei Private Equity mit dieser Finanzierungsform der benötige Cash Flow aus einem späteren Börsengang vorfinanziert. Brückenfinanzierungen gibt es aber auch bei Infrastruktur, wenn z. B. eine langfristige Projektfinanzierung noch in Vorbereitung ist.

Buy-Out

Ein Buy-Out stellt die Übernahme eines Unternehmens oder auch den käuflichen Erwerb von Unternehmensteilen dar. Zu Buy-Out-Investitionen gehören unter anderem Management-Buy-Outs (MBOs), Management-Buy-Ins (MBIs) sowie Expansionsfinanzierungen.

Hierbei geht es um Investitionen in reife Unternehmen, welche mit ihren Produkten oder Dienstleistungen bereits länger am Markt etabliert sind. Das Investitionsrisiko bei Buyout-Investments ist i. d. R. geringer als in anderen, früheren Unternehmensphasen.

Call-Option

Eine Option, bei der sich der Optionsverkäufer verpflichtet zu einem zukünftigen Zeitpunkt, den Basiswert zu einem vorab festgelegten Preis, dem Optionsinhaber zum Kauf anzubieten. Handelt es sich um eine europäische Option, kann die Option nur am Endtag der Laufzeit ausgeübt werden. Eine amerikanische Option kann dagegen schon vorher ausgeübt werden.

Cat-Bonds

Cat-Bonds sind eine Form von Insurance-Linked-Securities (ILS). Primär- oder Rückversicherer sichern sich mit Cat-Bonds gegen das Risiko des Eintritts einer Naturkatastrophe ab, für welche sie selbst Versicherungen anbieten. Auf Cat-Bonds entfällt weltweit der größte Anteil an angebotenen ILS.

Chartanalyse

Auch technische Analyse genannt, siehe technische Analyse.

Co-Investment

Unterschieden werden indirekte und direkte Co-Investments. Ein indirektes Co-Investment ist eine Minderheitsbeteiligung eines institutionellen Investors (Co-Investor), welche zusammen mit einem Fonds/Sponsor (General Partner), beispielsweise einem Private-Equity-Fonds, erfolgt. Dabei investiert ein Co-Investor nicht nur über den Fonds/Sponsor, sondern zusätzlich über ein separates Vehikel parallel in das Zielobjekt (auch „Sidecar“ genannt). Bei direkten Co-Investments investieren Investoren direkt in das Zielobjekt ohne Zwischenschaltung eines Investmentvehikels.

Co-Investoren erzielen Renditevorteile, da sie die sonst üblichen Management- und Performance-Fees an den Fonds/Sponsor nicht oder nur in geringerem Maß tragen müssen. Auch für den General Partner ergeben sich durch Co-Investments Vorteile, beispielsweise da mitunter nur so sehr große Investitionen in Zielobjekte möglich sind. Weiterhin kann über Co-Investoren meist sehr kurzfristig Kapital akquiriert werden.

Commodities

Englisch für Rohstoffe, siehe Rohstoffe.

Core

Core ist eine Klassifizierung um die Rendite-/Risikostruktur einer Investition zu definieren. Andere mögliche Klassifizierungen sind Core Plus, Value Added und Opportunistic. Besonders häufig ist diese Klassifizierungsmethode in den Assetklassen Infrastruktur und Immobilien verbreitet.

Es handelt es sich um die Klassifizierung, die das geringste Risiko-Rendite-Verhältnis quantifiziert. Neben dem Erwerb sind keine weiteren Investitionen in das Zielobjekt notwendig (z. B. entfallen umfangreiche Sanierungskosten). Das Objekt verspricht eine konstante und risikoarme Rendite über einen langen Zeithorizont. Die Rendite stammt dabei hauptsächlich aus den laufenden Erträgen und weniger aus einem Kapitalzuwachs des Objekts. Die Volatilität der Rendite ist sehr gering.

Core Plus

Core Plus ist eine Klassifizierung um die Rendite-/Risikostruktur einer Investition zu definieren. Andere mögliche Klassifizierungen sind Core, Value Added und Opportunistic. Besonders häufig ist diese Klassifizierungsmethode in den Assetklassen Infrastruktur und Immobilien verbreitet.

Core-Plus-Objekte beschreiben ein etwas höheres Rendite-Risiko-Verhältnis als (reine) Core-Objekte. Dabei erfüllen Core-Plus-Objekte grundsätzlich die Kriterien eines Core-Objekts. Die Rendite stammt bei Core Plus weiterhin hauptsächlich aus den laufenden Erträgen und weniger aus einem Kapitalzuwachs des Objekts. Die Volatilität der Rendite ist auch weiterhin gering, jedoch etwas höher als bei Core-Objekten.

Corporate Private Debt

Corporate Private Debt bezeichnet die Fremdfinanzierung von Unternehmen durch Nicht-Banken. Corporate Private Debt ist die größte Unterkategorie von Private Debt. Siehe Private Debt.

Crypto-Assets

Siehe Krypto-Assets.

Cryptocurrency

Englisch für Kryptowährungen, siehe Kryptowährung.

CTAs

Ein Managed-Futures-Fonds lässt sein Anlagevermögen von Commodity Trading Advisors (CTAs) verwalten, deren Kompetenz sich direkt oder indirekt auf den Terminhandel bezieht. Der Begriff CTAs wird dabei in der Regel auch als Synonym für Managed-Futures-Vehikel verwandt. Obwohl oft als CTAs bezeichnet, investieren die meisten verwalteten Managed-Futures-Fonds, neben Kauf und Verkauf von Rohstoff-Futures oder Futures-Optionen, in der Regel den Großteil des verwalteten Vermögens in Aktien(index)-, Anleihe-, Zins- und Währungsderivate.

Dachfonds

Dachfonds (in Englisch: fund of funds) investieren das von Investoren gesammelte Kapital in Anteile anderer Fonds. Meistens handelt es sich dann bei diesen Fonds um Einzelfonds, es können aber auch wiederum Dachfonds sein. Dachfonds ermöglichen es den Anlegern somit, relativ schnell und einfach in ein diversifiziertes Portfolio zu investieren; selbst bei einem geringeren Investitionsvolumen, weil nur eine Mindestinvestition in einen Fonds und nicht das Minimum mehrerer Fonds zu beachten ist. Der Dachfondsmanager übernimmt den Aufbau und das Risikomanagement des Fondsportfolios. Weiterhin ermöglicht er beispielsweise auch den Zugang zu Fonds, die einem exklusiven Kreis von Investoren vorbehalten sind. Aus Sicht der Investoren sind Investitionen über Dachfonds mit höheren Gebühren verbunden als bei direkten Investments in Einzelfonds.

Derivate

Derivate sind Finanzinstrumente, deren wirtschaftlicher Wert von einem Basiswert abgeleitet wird. Zu diesen Basiswerten zählen unter anderem Finanzprodukte wie z. B. Wertpapiere, Indizes, Devisen oder Commodities.

Digital-Assets

Englisch für digitale Vermögenswerte, siehe digitale Vermögenswerte.

Digitale Vermögenswerte

Digitale Vermögenswerte (Digital Assets) sind immaterielle Güter, welche nur in digitaler Form als Binärdaten vorliegen. Damit es sich um einen Vermögenswert handelt, muss für den Inhaber des Vermögenswerts eine (z. B. rechtliche) Möglichkeit bestehen, aus diesem Wert einen Nutzen zu ziehen.

Direct Lending

Direct Lending ist eine Form von Private-Debt-Investitionen ohne die Einschaltung klassischer Finanzintermediäre. Es handelt sich dabei um die direkte Vergabe von Krediten an Unternehmen durch Nicht-Banken (z. B. Kreditfonds) mit finanziellen Mitteln institutioneller Investoren.

Direktinvestment

Bei Direktinvestments erwirbt der Investor direktes Eigentum an den Zielinvestments, anstatt wie bei indirekten Investments Anteile am Vermögen eines Fonds. Entsprechend übernimmt bei Direktinvestments für den Investor auch kein Fonds die Selektion und Prüfung der jeweiligen Zielinvestments bzw. das fortlaufende Management dieser Investments. Vorteil von Direktinvestments sind die vollständige Kontrolle und Transparenz. Andererseits erfordern Direktinvestments hinreichende Kompetenz hinsichtlich der jeweiligen Assetklasse sowie auch ausreichende personelle Kapazität zur Auswahl und weiteren Begleitung der Direktinvestitionen.

Direktionale Anlage

Unter direktionaler Anlage versteht man eine Anlage, deren Wertentwicklung an die allgemeine Marktentwicklung gekoppelt ist. So stellt jede klassische Investition in Aktien eine direktionale Anlage dar. Nichtdirektionale Anlagen bezeichnet man auch als marktneutrale Anlagen, siehe auch Marktneutrale Strategie

Distressed Debt

Distressed Debt ist eine Form von Private-Debt-Investitionen. Diese Form subsumiert die Finanzierung von Unternehmen mit (kurzfristigen) Liquiditätsproblemen und/oder Finanzierungen während Unternehmensrestrukturierungen in Zeiten schlechterer Bonität. Hier werden – mit entsprechenden Risikoaufschlägen – zusätzliche Kredite vergeben und Umschuldungen durchgeführt, um (weitere) Zahlungsverzüge bei den Krediten oder gar komplette Ausfälle zu verhindern. Die betroffenen Kreditverpflichtungen werden dabei häufig von Private-Debt-Fonds unter pari (d. h. unterhalb des Nennwerts) von einer Bank abgekauft.

Ziel der Kreditfonds ist es, das Unternehmen in Teilen oder als Ganzes zu retten und somit die spätere Rückzahlung der Kredite zu gewährleisten oder geeignete Änderungen in der Finanzierungsstruktur zu etablieren.

Distributed-Ledger-Technologie

Der Distributed-Ledger ist ein öffentliches Verzeichnis, das sämtliche verifizierte Blöcke einer Blockchain speichert. Das Verzeichnis ist dezentral organisiert, es gibt beliebig viele äquivalente Kopien. Eine Erweiterung der Blockchain um weitere Blöcke erfolgt nur, sofern sie gemäß der jeweiligen Netzwerkpolitik legitimiert wurde. Zum Beispiel muss eine gewisse Anzahl an ausgewählten Nutzern die neue Kette (Chain) vollständig bis zum Ursprung verifiziert haben. Der Verlust von einzelnen Blöcken innerhalb der Kette oder eine nachträgliche Änderung von bereits vorhanden Blöcken ist durch diese Architektur nicht möglich.

Diversifikation

Diversifikation (auch Risikostreuung genannt) bezeichnet die Streuung des investierten Kapitals auf verschiedene Investitionen. Ziel ist es, durch Diversifikation die Einzelrisiken von Investments zu eliminieren. So sollen die Chancen auf positive Renditen erhöht und das Verlustrisiko minimiert werden. Eine Diversifikation erfolgt unter anderem hinsichtlich Assetklassen, Regionen, Branchen und Währungen. Eine entscheidende Rolle bei der optimalen Auswahl der Investitionen spielt die Korrelation der Investitionen zueinander.

Dry Powder

Dry Powder bezeichnet das Kapital, welches den Assetmanagern von Investoren fest zugesagt wurde, jedoch noch nicht durch die Manager abgerufen und somit nicht in Zielobjekte investiert wurde.

Due Diligence

Eine Due Diligence ist eine sorgfältige, umfassende und strukturierte Analyse einer (komplexeren) Investition, insbesondere hinsichtlich der wirtschaftlichen, finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte, um eine finale Entscheidung über das Zielinvestment zu treffen.

Die Prüfung soll mögliche Risiken und Schwächen aufzeigen sowie bewerten. Eine Due-Diligence-Prüfung gehört bei einer professionellen Investitionsentscheidung zum Standardprozedere. Bei der Prüfung werden auch externe Experten, wie z. B. Wirtschaftsprüfer und Anwälte, einbezogen. Von der Due Diligence durch einen Assetmanager bezüglich von Zielinvestments ist die Due Diligence von Investoren bei der Auswahl geeigneter Assetmanager zu unterscheiden.

Early-Stage(-Financing)

Die Early Stage umfasst die Frühphase eines Unternehmens, die Phasen von der Unternehmensgründung bis zur Markteinführung des Produkts bzw. der Dienstleistung. Die Early Stage subsumiert die Seed- und die Start-Up-Phase.

Early-Stage-Financing ist eine Form von Wagniskapital (Venture Capital). Grundsätzlich geht es bei Early-Stage-Financing darum, für Unternehmensgründungen benötigtes Kapital bereit zu stellen, um die Frühphase der Unternehmensentwicklung zu ermöglichen. Das Kapital wird in der Regel in Form von Eigenkapital oder als Mezzanine bereitgestellt.

Effizientes Portfolio

Ein Portfolio ist dann effizient, wenn es kein anderes Portfolio (mit denselben zugrunde liegenden Vermögenswerten) gibt, welches bei gleicher Rendite ein geringeres Risiko bietet oder bei gleichem Risiko eine höhere Rendite erzielt. Ein geringes Risiko lässt sich ggf. nur noch durch Diversifikation (Ergänzung von weiteren Vermögenswerten) erreichen.

Eigenkapital

Eigenkapital ist das Komplement zu Fremdkapital. Es steht dem Unternehmen zeitlich unbefristet zur Verfügung und hat im Gegensatz zu Fremdkapital keine feste Verzinsungs- oder Tilgungsstrukturen. Eine Ergebnisbeteiligung ist nach oben hin nicht gedeckelt. Zugleich besteht aufgrund der Haftung jedoch ein Totalverlustrisiko für die Eigenkapitalgeber.

Einzelfonds

Bei Einzelfonds (in Englisch: single funds) ist der Manager dafür verantwortlich, das eingesammelte Kapital gemäß der vereinbarten Anlagestrategie in Zielobjekte (bspw. Unternehmen, Immobilien etc.) zu investieren. Das Komplement stellen Dachfonds dar, welche das angelegte Kapital auf unterschiedliche weitere Fonds (i. d. R. Einzelfonds) allokieren.

Emerging Markets

Emerging Markets (auf Deutsch: aufkommende/entstehende Märkte) ist die Bezeichnung für (Finanz‑)Märkte in Schwellenländern, also Ländern die sich zwar in einem fortgeschrittenem Stadium der Entwicklung befinden, aber noch nicht das Niveau eines Industrielandes erreicht haben.

Zu den Emerging Markets zählen insbesondere Lateinamerika, Südostasien und Osteuropa.

Equity-Strategie

Bei einer Equity-Strategie kauft und verkauft der Hedgefondsmanager Aktien und/oder derivative Finanzinstrumente mit Aktien als Basiswert. Ziel ist es, von direktionalen Kursänderungen zu profitieren.

Erneuerbare Energien

Zu erneuerbare Energien zählen Solar, Wind, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie etc. Sie werden auch als regenerative Energiequellen (im Englischen Renewables) bezeichnet.

ESG: Environment, Social and Governance

Bei ESG (Englisch für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) handelt es sich um einen weitverbreiteten Ansatz, der hilft die Nachhaltigkeit (Sustainability) einer Investition einzuordnen und so die Auswahl von nachhaltigen Investments unterstützt.

Das Kriterium Umwelt (Environment) adressiert dabei zum Beispiel die Einflüsse der Investition auf den Klimawandel oder auch die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen. Der Aspekt Soziales (Social) betrachtet die Auswirkungen auf die soziale Gemeinschaft, die von der Investition betroffen ist. Damit werden u. a. Faktoren wie die Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer erfasst. Unternehmensführung (Governance) betrachtet die Nachhaltigkeit auch in der Managementebene des Investments. Dazu zählen unter anderem die Implementierung von transparenten Kontroll- und Aufsichtsstrukturen, welche die Nachhaltigkeit adressieren.

ESG-Scoring/-Rating

ESG-Scoring und-Rating sind Bewertungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Investitionen im Sinne des ESG-Ansatzes.

Sie sollen Assetmanagern und Investoren helfen, verschiedene Investitionen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit vergleichbar zu machen. Das Rating ist weitestgehend unabhängig von den finanziellen Aspekten der Investition. Daher haben beispielsweise Rendite oder Risiko wenig Einfluss auf das Scoring-Ergebnis. Vielmehr ist es so, dass auch das ESG-Rating einen Einfluss auf das (finanzielle) Rating haben kann. Die Erstellung von ESG-Ratings erfolgt durch dritte, unabhängige und allgemein anerkannte Organisationen. ESG-Ratings für dasselbe Objekt können je nach Bewertendem jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.

ESMA

European Securities and Markets Authority (kurz: ESMA). Die ESMA befasst sich mit den Themen Anlegerschutz, Regelung der Finanzmärkte und Finanzstabilität sowie Kontrolle der nationalen Wertpapier- und Finanzaufsichtsbehörden.

EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie stellt eine EU-weit einheitliche Klassifikation dar, die definiert, ob eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch und nachhaltig bezeichnet werden darf. Unter anderem soll diese Klassifikation Marktteilnehmern helfen, umweltfreundliche und nachhaltige Investitionen besser abzugrenzen und so die Auswahl nach Nachhaltigkeitskriterien zu erleichtern.

Event-Driven-Strategie

Besondere oder außergewöhnliche Ereignisse sind die Grundlage, auf denen das Management eines Event-Driven-Fonds tätig wird. Event-Driven-Strategien zielen insbesondere darauf ab, Ineffizienzen bei der Preisgestaltung vor oder nach besonderen Unternehmensereignissen (z. B. Fusionen, Übernahmen oder finanzielle Schwierigkeiten) zu nutzen.

Exit

Der Begriff Exit (auf Deutsch: Ausstieg) ist im Kontext von Private Equity zu finden und bezeichnet die Veräußerung der Anteile von Zielunternehmen. Die Veräußerung kann beispielsweise im Rahmen eines Börsengangs (IPO) oder durch einen Verkauf an strategische Investoren oder Finanzinvestoren erfolgen.

Bei Private-Equity-Investitionen ist i. d. R. die Differenz aus dem Verkaufserlös und der Ursprungsinvestitionssumme die primäre Renditequelle.

Expansion-Stage(-Financing)

Expansion-Stage-Finanzierungen zählen zu den Venture-Capital-Finanzierungen. Die Expansion Stage (auf Deutsch: Wachstumsphase) knüpft unmittelbar an eine erfolgreiche Early Stage an.

In der Expansion Stage beginnt ein junges Unternehmen die Produktion seines ersten Produkts und weitet das Wachstum aus. Dadurch entsteht ein entsprechend höherer Kapitalbedarf. Dieser wird nicht mehr nur primär durch Eigen-/Mezzaninekapital gedeckt, sondern auch durch Fremdkapital ergänzt.

Ziel dieser Phase ist, möglichst zügig die Vertriebsstrukturen auszubauen, um so das Unternehmen dauerhaft am Markt zu etablieren.

Flugzeugfinanzierung

Flugzeuginvestitionen zählen zu den Spezialitäten im Bereich der Alternativen Investments. Eine Investition kann sowohl mit Eigen- als auch Fremdkapital erfolgen.

Flugzeuge sind mobile, weltweit flexibel einsetzbare, langlebige, standardisierte und im Angebot stark begrenzte Sachwerte. Bei Flugzeugfinanzierungen handelt es sich typischerweise um langfristige Kapitalanlagen, die einer Buy-and-Hold-Strategie folgen. Investitionen in Flugzeuge bedeuten für Fluggesellschaften eine hohe Kapitalbindung. Das Operative-Leasing von Flugzeugen stellt daher eine wichtige Finanzierungsalternative dar. Die Flugzeuge werden während der Finanzierungslaufzeit zur Kreditbesicherung herangezogen (z. B. durch Sicherungsübereignung).

Fonds

Ein (Investment-)Fonds dient als Sammelstelle für Kapital. Das gebündelte Kapital wird gemäß der, mit den Investoren, vereinbarten Anlagepolitik investiert. Fonds lassen sich in offene und geschlossene sowie in Einzel- und Dachfonds unterteilen. Die Anlage in einem Fonds stellt eine indirekte Anlage dar. Anstelle des Investors erwirbt der Fonds Eigentum an den Zielinvestments, der Investor erwirbt stattdessen Anteile am Fondsvermögen.

Die Anlagepolitik definiert in welche Anlageklassen und Finanzinstrumente der Fondsmanager investieren darf; beispielsweise kann festgelegt worden sein, dass der Fonds nur in Büro-Immobilien innerhalb einer bestimmten Region investieren darf. Die Rolle des Fondsmanagers besteht darin, geeignete Investitionen entsprechend der Fondspolitik ausfindig zu machen, sie zu analysieren und Vertragsverhandlungen und ­‑abschlüsse durchzuführen. Er ist zudem für das Risikomanagement und die Verwaltung des Fonds zuständig. Je nach Anlageklasse kann der Fondsmanager auch eine beratende Rolle im Management des Zielinvestments einnehmen und so das finanzierte Investment organisatorisch und strukturell zu optimieren.

Fremdkapital

Fremdkapital ist Kapital, das einem Kapitalnehmer befristet überlassen wird. Der Kapitalgeber erhält dafür, während der Überlassungsdauer, regelmäßige Zinszahlungen vom Kapitalnehmer. Die Rückzahlung des überlassenen Kapitals erfolgt entweder am Ende der vereinbarten Laufzeit oder über Tilgungszahlung während der Laufzeit. Je nach Darlehensvertrag kann eine Besicherung des Darlehens vereinbart werden.

Fund of Funds

Auf Deutsch Dachfonds, siehe Dachfonds.

Futures / Forwards

Futures sind börsengehandelte Termingeschäfte. Zwei Vertragsparteien verpflichten sich zur gegenseitigen Erfüllung (Zahlung und Lieferung des Basiswertes) an einem, in der Zukunft liegenden, fest vereinbarten Zeitpunkt. Forwards sind das nicht börsengehandelte Äquivalent der Futures.

Fundamentalanalyse

Fundamentalanalyse ist die Analyse der Daten, welche sich direkt auf das Investitionsobjekt beziehen oder sich aus ihr ergeben. Dazu zählen beispielsweise die betriebswirtschaftlichen Unternehmensdaten einer Aktiengesellschaft oder auch konkrete Fakten zu Rohstoffen. Die Analyse zielt darauf ab, Marktineffizienzen zu erkennen und nutzen. Von der Fundamentalanalyse zu unterscheiden ist die technische Analyse. Siehe technische Analyse.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds sind eine Art von (Investments-)Fonds. Im Unterschied zu offenen Fonds wird die Höhe des Gesamtkapitals (Fondsvolumen) bereits zu Beginn festgeschrieben. Bei dieser Fondsart ist eine weitere Erhöhung oder Senkung des Gesamtkapitals grundsätzlich nicht vorgesehen, weshalb auch ein Kapitalabzug vor dem Laufzeitende oder eine (weitere) Beteiligung nach der Zeichnungsperiode nicht möglich ist. Den Investoren ist i. d. R. bereits zum Zeitpunkt der Investition das Zielinvestment bekannt. Grundsätzlich handelt es sich bei den Zielinvestments auch um wenige oder ausschließlich ein einziges Zielinvestment.

Das investierte Kapital wird zum Eigenkapital einer speziell für den Fonds gegründeten Zweckgesellschaft. Am Laufzeitende wird das investierte sowie erwirtschaftete Kapital proportional zum investierten Kapital unter den Gesellschaftern (Investoren) verteilt.

Global Investment Performance Standards (GIPS)

Global Investment Performance Standards (GIPS) sind weltweite, freiwillige Standards, die sich an Assetmanager richten und eine transparente, umfassende und faire Darstellung sowie Bewertung der Nachhaltigkeit von Investitionen gegenüber den Investoren gewährleisten sollen. Dadurch soll insbesondere ein Vergleich bei der Auswahl einzelner Investitionen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit ermöglicht werden.

Greenfield-Projekte

Greenfield-Projekte sind Projekte, die sich in der Früh- bzw. Gründungsphase befinden. Es handelt sich daher immer um Projekte, welche von Grund auf neu errichtet werden und den anschließenden Betrieb mit samt der dazugehörigen Wartung einschließen. Diese Projekte sind auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet, wie z. B. Infrastruktur.

Im Vergleich zu Brownfield-Projekten unterliegen Greenfield-Projekte einem höheren Risiko (z. B. aufgrund neuer Technologien), was daher mit höheren erwarteten Renditen einhergeht.

Hard Commodities

Ein Unterteilungskriterium für Rohstoffe (in Englisch: Commodities). Hard Commodities subsumieren dabei sämtliche nicht nachwachsende und unverderbliche Rohstoffe. Hierzu zählen beispielsweise Energierohstoffe (Rohöl, Erdgas, Energie usw.), Basismetalle (Kupfer, Nickel, Zink usw.) und Edelmetalle (Gold, Silber, Platin usw.).

Hebelfinanzierung

Bei einer Hebelfinanzierung (engl.: Leverage) wird das Investitionsvolumen durch Kreditaufnahmen, Wertpapierdarlehen oder Derivate erhöht. Durch den Einsatz des Fremdkapitals lässt sich die Eigenkapitalrentabilität erhöhen (sog. Leverage-Effekt).

Hedge / Hedging

Als Hedge wird die Absicherung einer eingegangen Vermögensposition bezeichnet.

Hedgefonds

Am ehesten lassen sich Hedgefonds über den Einsatz komplexer Strategien definieren und weisen folgende Merkmale auf: Ein Hedgefonds ist ein Investment-Pool oder Anlagevehikel, das in den meisten Rechtsordnungen privat organisiert ist, seine Manager üblicherweise leistungsabhängig vergütet, eine breite Palette öffentlich und privat gehandelter Vermögenswerte zum Teil fremdfinanziert kauft, Leerverkäufe tätigt und im Allgemeinen relativ konzentrierte Positionen hält.

Die Möglichkeit der Hedgefondsmanager sowohl auf steigende (long) als auch, durch Leerverkäufe, auf fallende (short) Kurse setzen zu können und zudem über Hebeleffekte, bedingt durch zusätzliche Fremdkapitalaufnahme, die Rendite zu steigern, bietet Investoren zusätzliche Ertragschancen. Hedgefonds unterliegen bezüglich ihrer Anlageinstrumente sowie Anlagepolitik kaum Beschränkungen und können Investoren eine größere Flexibilität als traditionelle Investmentfonds bieten. Hedgefondsmanager orientieren sich dabei nicht an einem Vergleichsindex, sondern versuchen in allen Marktphasen eine absolute Rendite (Absolute Return) zu erzielen.

High Frequency Trading

High Frequency Trading bezeichnet den automatisierten Handel von Wertpapieren mit sehr kurzer Haltefrist und hohen Umsätzen. Der Handel geschieht durch computergestützte Systeme und ermöglicht den Handel (Kauf und Verkauf) innerhalb von Sekundenbruchteilen.

Illiquid Alternatives

Als Illiquid Alternatives werden alle Investitionen bezeichnet, welche nicht innerhalb von kurzer Zeit liquidierbar sind. Sie stellen somit das Komplement zu den Liquid Alternatives dar. So zählen zu den Illiquid Alternatives unter anderem die meisten Formen von Investitionen in den Assetklassen Infrastruktur, Hedgefonds, Immobilien, Private Equity und Private Debt.

Immobilien

Immobilien sind eine Anlageklasse, die zu den Sachwerten zählt. Als Anlageformen stehen neben Direktinvestments auch offene- und geschlossene Investmentfonds, Immobilien-AGs und REITs zur Auswahl.

Zu den einzelnen Segmenten dieser Anlageklasse zählen Wohn-, Büro-, Einzelhandels-, Industrie-, Logistik- und Hotelimmobilien sowie weitere Spezialimmobilien. Dabei unterliegen die jeweiligen Segmente zum Teil divergierenden immobilienwirtschaftlichen Trends. Dies ermöglich eine weitere Diversifikation innerhalb der Anlageklasse.

Immobilien-Aktiengesellschaften

Immobilien-AGs sind börsengehandelte Gesellschaften, welche in die Assetklasse Immobilien investieren und so auch (grundsätzlich) ihre Erträge erzielen. Im Gegensatz zu Real Estate Investment Trusts (REITs) gibt es jedoch keine Vorschriften hinsichtlich der Ausschüttung, Portfoliodiversifikation oder Eigenkapitalquote.

Durch ihre Börsennotierung verfügen Immobilien-AGs grundsätzlich über einen hohen Grad an Liquidität. Sie sind somit deutlich liquider als Direktinvestments oder geschlossene Immobilienfonds. Für Anleger ergibt sich die Rendite über Ausschüttungen sowie über die Preissteigerungen der Aktie selbst.

Indirektes Investment

Bei einem indirekten Investment wird das Kapital zunächst zusammen mit dem Kapital anderer Investoren in einem Fonds gebündelt. Anschließend erwirbt der Fonds vorab definierte Zielinvestments gemäß der Anlagepolitik. Der Investor des Fonds erwirbt kein direktes rechtliches Eigentum an den Zielinvestments. Er hält proportional zu seinem Investment Anteile am Gesamtvermögen des Fonds und somit indirekt (anteilig) Eigentum an den Zielinvestments.

Im Gegensatz zu einem Direktinvestment kümmert sich bei dieser Form ein Fondsmanager um die Auswahl der Zielinvestments, das fortlaufende Risikomanagement und die allgemeine Verwaltung des Fonds. Entsprechend werden dafür Management- und/oder Performance-Fees fällig.

Informationseffizienz

Informationseffizienz oder auch Markteffizienz ist ein grundsätzliches Konzept in der ökonomischen Theorie. Ein Markt wird als effizient bezeichnet, wenn zu jedem Zeitpunkt jede für die Bewertung der gehandelten Objekte relevante Information durch die Preise vollständig widergespiegelt wird.

Infrastruktur

Die Assetklasse Infrastruktur umfasst alle Projekte, welche zum Aufbau, zur Erweiterung, zur Sanierung oder zur Instandhaltung von Infrastrukturobjekten beitragen. Es wird dabei zwischen Brown- und Greenfield-Projekten unterschieden. Als Greenfield werden dabei Projekte bezeichnet, welche von Grund auf neue Infrastruktur erschaffen. Brownfield ist das Komplement dazu, es bezeichnet alle Projekte, welche auf bereits existierende Infrastruktur oder bereits etablierter Technologie basieren.

Mit dem investierten Kapital werden zunächst Vorhaben realisiert (z. B. der Bau oder Sanierung einer Brücke). Anschließend stehen den Kapitalgebern die späteren Rückflüsse (im Fall des Beispiels die Maut sowie etwaige Veräußerungserlöse) zu. Die Erlöse aus den Projekten sind grundsätzlich langfristig planbare und stabile Cashflows. Es gibt, je nach Anlageform, sowohl Projekte mit geringem Risiko-Rendite-Profil als auch Projekte mit hoher Rendite bei einem entsprechend höherem Risiko. Da Infrastrukturprojekte (physische) Sachwerte sind, bieten sie zusätzlich einen Inflationsschutz, auch wenn die grundsätzliche Illiquidität dieser Investitionsform tendenziell ein Nachteil ist. Außerdem sind Infrastrukturprojekte, je nach Anlageform, gering mit traditionellen Anlagen korreliert, wodurch (in Kombination mit klassischen Anlagen) eine zusätzliche Diversifikation erreicht werden kann.

Die Investition ist per Direktinvestment oder mittelbar über Fonds möglich. Die Anlage institutioneller Investoren kann als Eigenkapital- (z. B. Beteiligungen sowie Öffentlich-Private-Partnerschaften) oder Fremdkapitalinvestment (z. B. Kredite) erfolgen. Dadurch kann auch den unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen Rechnung getragen werden, u. a. auch im Hinblick auf die Eigenmittelunterlegung oder den bilanziellen Ausweis.

Institutionelle Investoren

Bei institutionellen Investoren handelt es sich um juristische Personen, welche mit der professionellen Verwaltung des ihnen anvertrauten Vermögens beauftragt sind. Institutionelle Investoren gehören im Sinne des KAGB zu den professionellen Anlegern. Dadurch erfüllen sie alle rechtlichen Voraussetzungen, um Zugang zu allen Kapitalmärkten und Finanzinstrumenten zu erhalten.

Institutionelle Investoren verwalten hohe Beträge und legen diese auf Basis langfristiger, strategischer Asset Allokationen an. Zu den institutionellen Investoren gehören unter anderem Kreditinstitute, Versicherungen, Investment- und Kapitalgesellschaften, Versorgungswerke, Pensionskassen, Krankenkassen, Stiftungen sowie oft auch Familienunternehmen.

Insurance Linked Securities (ILS)

ILS sind Anleihen, die Versicherungsrisiken verbriefen und dessen Auszahlungsprofil und Rückzahlung vom Eintreten bestimmter Risiken abhängig ist. Der Emittent überträgt also durch die Ausgabe von ILS diese Risiken auf andere Marktteilnehmer. Emittenten sind vorrangig Versicherungen oder Rückversicherer, aber auch Industrie- und Transportunternehmen.

Investitionsquote

Die Investitionsquote setzt den Wert einer getätigten Investition zum Gesamtvermögen ins Verhältnis. Durch den Einsatz von Derivaten und die Aufnahme und Anlage von Fremdkapital können Investitionsquoten von über 100 Prozent dargestellt werden. Eine negative Investitionsquote wird durch Leerverkäufe erreicht.

Investmentfonds

Siehe Fonds.

Investment-Grade

Siehe Rating.

Junior Debt/Junior-Tranche

Unter den Begriff Junior Debt fallen nachrangige Kredite. Die Kreditgeber erhalten eine höhere Verzinsung als Kreditgeber aus der vorrangigen Senior-Tranche. Dafür erfolgt eine Rückzahlung des bereitgestellten Kapitals im Insolvenzfall erst, nachdem die vorrangig besicherten Kredite vollständig beglichen wurden. Im Falle einer Liquidierung werden alle Tranchen jedoch vor den Eigenkapitalgebern bedient.

Junior Debt ist eine Unterform des sog. Subordinated Debt.

Kassageschäft

Kassageschäfte (in Englisch: Spot) sind Geschäfte, die kurzfristig und vollständig durchgeführt werden. In der Regel liegen zwischen dem Geschäftsabschluss, der Zahlung und der Erfüllung höchstens zwei Tage. Das Komplement dazu stellen Termingeschäfte (in Englisch: Futures) dar.

Korrelation

Die Korrelation ist eine Größe, die den statistischen Zusammenhang (Gleichlauf) zwischen zwei Zahlenreihen aufzeigt. Durch unkorrelierte Anlagen lassen sich in der Portfoliobildung Diversifikationseffekte erzielen.  Die Korrelation bewegt sich immer in einem Wertebereich zwischen ±1.

Haben zum Beispiel die Preise von zwei Wertpapieren eine Korrelation von +1, so folgt der Preis des einen Wertpapiers immer dem Trend des anderen Wertpapiers; beträgt die Korrelation jedoch -1, dann entwickeln sich die Preise der Wertpapiere gegensätzlich. In beiden Fällen sind die Preise der Wertpapiere perfekt miteinander korreliert. Eine Korrelation von 0 bedeutet hingegen, dass die Preise der Wertpapiere nicht (linear) korreliert sind, d. h. es ist nicht möglich zu sagen, wenn das eine Wertpapier fällt/steigt, wird das andere Wertpapier wahrscheinlich auch fallen/steigen.

Krypto-Assets

Krypto-Assets sind eine Form von digitalen Vermögenswerten, welche ihren Wert mit Hilfe von kryptographischen Verfahren erhalten. Häufig stehen diese in Verbindung mit einer Blockchain- oder/und Distributed-Ledger-Technologie.

Unter anderem fallen Kryptowährungen und Token unter die Definition von Krypto-Assets.

Krypto-Token

Krypto-Token sind eine digitalisierte, auf einer Blockchain dezentral gespeicherte Abbildung von Vermögenswerten. Diesen Token wird eine bestimmte Funktion oder ein bestimmter Wert zugesprochen. Die Werte können unterschiedlichste Eigenschaften, Funktionalitäten oder Rechte darstellen. Als potentielle Vermögenswerte, die Token abbilden, kommen immaterielle und materielle Objekte in Frage. Eine weitere Unterteilung in Zahlungstoken (Kryptowährung), Wertpapier(ähnliche) Token und Utility-Token ist möglich.

Kryptowährung

Als Kryptowährungen werden Währungen bezeichnet, welche ausschließlich in digitaler Form existieren und auf der Blockchain-Technologie basieren. Merkmale dieser Währungen sind einerseits, dass sie i. d. R. keiner zentralbanklicher/staatlicher Steuerung unterliegen und dezentral organisiert sind. Der Wert dieser Währungen ist ähnlich wie auch bei dem US-Dollar und Euro intrinsisch begründet.

Als Beispiel für Kryptowährungen sind hier unter anderem Währungen wie Bitcoin und Ethereum zu nennen.

Later-Stage(-Financing)

Von Later-Stage-Financing wird gesprochen, wenn einem reiferen Unternehmen Kapital zur Verfügung gestellt wird. Dies kann in Vorbereitung eines Börsenganges, zur Verbesserung der Finanzstruktur, zur Finanzierung des weiteren Unternehmenswachstums, für Akquisitionen oder für Restrukturierungen geschehen.

Leerverkäufe

Der Begriff „Leerverkauf“ (engl.: short sale) beschreibt den Verkauf von Wertpapieren, an denen der Verkäufer zum Verkaufszeitpunkt kein Eigentum hält. Die Wertpapiere müssen für den Verkauf geliehen werden.

Es wird unterschieden zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen. Bei gedeckten Leerverkäufen leiht der Verkäufer vorab das entsprechende Wertpapier von einem Dritten aus. Das Verhältnis zwischen dem Leerverkäufer und dem Dritten muss so ausgestaltet sein, dass der Leerverkäufer das Eigentum an den entliehenen Wertpapieren an seinen Käufer übertragen kann. Diese Praxis wird gemeinhin als Wertpapierleihe bezeichnet. Um der Lieferverpflichtung (gegenüber dem Verleiher) zu einem späteren Termin nachzukommen, muss sich der Leerverkäufer bis zum Erfüllungszeitpunkt mit den entsprechenden Wertpapieren gleicher Art und Menge eindecken.

Die Rendite von Leerverkäufen entsteht aus der Wertdifferenz (Spread) zwischen dem Verkaufs- und Kaufpreis, abzüglich der Transaktionskosten. Fällt der Preis, erzielt der Leerverkäufer einen Gewinn, steigt der Preis erleidet der Leerverkäufer einen Verlust.

Leerverkaufsverbot

Als Leerverkaufsverbot wird das Verbot von Leerverkäufen bezeichnet. Das heißt, einem Investor ist es nicht möglich, eine Short-Position einzugehen. Beispielweise für Deutschland kann die Bafin temporär ein solches Verbot für ausgewählte Wertpapiere erlassen, sofern eine erhebliche Störung für den Markt entstehen kann.

Leverage

Englisch für Hebelfinanzierungen, siehe Hebelfinanzierung.

Liquid Alternatives

Als Liquid Alternatives werden alle Investitionen bezeichnet, welche zu den Alternative Investments zählen und in kurzer Zeit liquidierbar sind. Das heißt, sie sind entweder täglich handelbar bzw. innerhalb von wenigen Wochen liquidierbar. Unter dem Begriff Liquid Alternatives werden in der Regel OGAW-Fonds subsumiert, die Hedgefonds-ähnliche Strategien verfolgen.

Liquidität

Unter Liquidität versteht man sehr kurzfristige und risikoarme Anlagen wie Spareinlagen, Tages- oder Monatsgelder. Liquidität beschreibt auch die Art der Handelbarkeit eines Finanzinstrumentes. Unter liquiden Instrumenten versteht man solche, die kurzfristig in nicht zu großen, marktüblichen Mengen ge- oder verkauft werden können, ohne das die eigene Transaktion einen signifikanten Einfluss auf den Preis/Markt hat. Bei illiquiden Anlagen ist ein kurzfristiger oder/und großvolumiger Auftrag oftmals durch deutliche Preisabschläge gekennzeichnet.

Lock-up-Periode

Siehe Sperrfrist.

Long-Position

Als Long-Position wird das Halten einer positiven Menge eines Vermögenswertes bezeichnet. Das heißt der Investor profitiert, wenn der Preis des Vermögenswertes steigt. Short-Positions stellt das Komplement dar.

Makro-Strategie

Eine Makro-Strategie ist eine mögliche Strategie, nach welcher ein Hedgefonds handelt. Ziel ist es, gesamtwirtschaftliche (makroökonomische) Veränderungen in Volkswirtschaften zu antizipieren. Dazu zählen beispielsweise geldpolitische Entscheidungen von Notenbaken (bsw. EZB, FED), die eine Zinsänderung zur Folge haben und somit auch Einfluss auf Währungs-, Aktien- und Anleihenmärkte haben.

Makroökonomie

Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre, das sich mit dem Verhalten einer Volkswirtschaft als Ganzes befasst. Analysiert werden beispielsweise Entstehung und Wachstum des gesamtwirtschaftlichen Einkommens (BIP), konjunkturelle Schwankungen, Inflation und Arbeitslosigkeit, Zahlungsbilanz, Wechselkurse oder die Wirkung von Geld- und Fiskalpolitik.

Managed Account

Bei einem Managed Account mandatiert ein einzelner Investor einen Assetmanager. Dieser Manager kümmert sich um eine individuelle, maßgeschneiderte Vermögensverwaltung z. B. in einer bestimmten Assetklasse für den Investor. Es kann so besonders auf die Vorgaben des Investors eingegangen werden.

Managed Futures

Managed Futures werden häufig als Hedgefonds-Strategie betrachtet, können jedoch grundsätzlich auch als eigenständiges Anlagevehikel klassifiziert werden. Der Begriff Managed Futures beschreibt ein breites Spektrum an alternativen Anlagestrategien, welches sich im Wesentlichen durch quantitative Handelsansätze mit börsengehandelten, liquiden Derivaten wie Future-Kontrakten und Optionen auszeichnet.

Management Fee

Die Management Fee ist eine Gebühr, welche der Investor an den Fonds-/Assetmanager zahlt. Die Gebühr fällt in wiederkehrenden Zeitabständen an und hängt vom zu verwaltenden Vermögen ab, meist ist ein Prozentsatz des zu verwaltenden Vermögens. Die Managementgebühr dient primär zur Deckung der laufenden Kosten des Managers. Zusätzlich wird i. d. R. eine erfolgsabhängige Performance Fee erhoben.

Management-Buy-In (MBI)

Bei einem Management-Buy-In (MBI) wird ein Zielunternehmen durch ein externes Management erworben. In der Regel handelt es sich um ein Management, dass sich bereits in der Branche des Zielunternehmens gut auskennt.

Management-Buy-Out (MBO)

Bei einem Management-Buy-Out (MBO) wird ein Unternehmen durch das eigene Management erworben.

Folglich verfügen die neuen Eigentümer bereits über umfassendes Know-how hinsichtlich des Unternehmens u. a. hinsichtlich Produktion aber auch zu Kunden und Lieferanten.

Da das Vermögen des Managements für eine Übernahme meist nicht ausreicht, wird ein Großteil z. B. durch (einen) Private-Equity-Fonds finanziert. Dieser erhält im Gegenzug eine Beteiligung am zu erwerbenden Unternehmen. Typischer Anwendungsfall für einen Management-Buy-Out ist z. B. der Fall eines Familienunternehmens bei fehlenden Nachfolgern für die Geschäftsführung.

Margin

Auf Deutsch: Sicherheitsleistung, siehe Sicherheitsleistung.

Markteffizienz

Marktneutrale Strategie

Marktneutrale Strategien bieten eine Möglichkeit unabhängig vom Markt eine positive Rendite zu erzielen. Die Strategie verfolgt den Ansatz, durch Eingehen von Long- und Short-Positionen das Marktrisiko zu eliminieren, daher wird sie auch als marktneutral bezeichnet.

Mezzanine

Mezzanine bezeichnet Kapital, das sowohl Eigenschaften von Fremd- als auch Eigenkapital aufweist, und wird daher auch als Hybridkapital bezeichnet. Es besteht eine Vielzahl individueller Ausgestaltungsmöglichkeiten, beispielsweise hinsichtlich der Laufzeit, Fälligkeits- und Vergütungsstruktur. Von diesen Faktoren hängt ab, ob das Mezzanine-Kapital bilanziell als Eigen- oder Fremdkapital anzusehen ist. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Eigenkapital muss das Unternehmen (als Kapitalnehmer) i. d. R. keine Gesellschaftsanteile abgeben. Somit erhält der Mezzanine-Kapitalgeber auch kein Mitspracherecht am Unternehmen.

Multi-Strategy-Hedgefonds

Ein Multi-Strategy-Hedgefonds verfolgt mehrere Anlagestrategien, beispielsweise gleichzeitig Equity- und Relative-Value-Strategien.

Net Asset Value (NAV)

Englisch für Nettoinventarwert, siehe Nettoinventarwert.

Nettoinventarwert

Der Nettoinventarwert (kurz NAV) eines Fonds ermittelt sich aus der Summe aller seiner Vermögenswerte abzüglich aller seiner Verbindlichkeiten.

Non-Performing Loans (NPL)

Non-Performing Loans (auf Deutsch: Notleidende Kredite) sind Kredite, bei denen die Kreditnehmer mit Zins- und/oder Tilgungszahlungen bereits im Verzug sind.

Offene Fonds

Offene Fonds sind eine bestimmte Art von (Investment-)Fonds. Im Gegensatz zu geschlossenen Fonds, verfügen offene Fonds über keine festgelegte oder fixierte Anzahl an Anteilen oder Volumen. Der Fonds sammelt und bündelt das Kapital von mehreren Investoren, die Investoren erhalten dafür im Gegenzug Anteile am Fonds.

Das Kapital wird gemäß der vorab determinierten Anlagepolitik investiert, es werden jedoch keine Zielinvestments explizit vorab ausgewählt. Die Auswahl erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt, unter anderem in Abhängigkeit des aktuellen Fondsvermögens und der aktuellen Marktsituation. Die Bündelung des Kapitals ermöglicht allen Investoren, durch das höhere Investitionsvolumen, eine breitere Diversifikation.

Eine Rückgabe von bestehenden Anteilen oder eine Emission von neuen Anteilen ist grundsätzlich jederzeit zu den Vertragsbedingungen möglich. Dies ermöglicht einen sehr zeitnahen Zugriff auf das investierte Kapital, aber auch eine nachträgliche Beteiligung am Fonds. Entsprechend sind Anteile von offenen Fonds liquider als von geschlossenen Fonds.

Öffentlich-Private-Partnerschaft

Öffentlich-Private-Partnerschaften (in Englisch: Public Private Partnership) bezeichnen gemeinsame, vertraglich geregelte Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der privaten Wirtschaft. Dabei werden Leistungen der öffentlichen Hand an die private Hand übertragen, welche sich anschließend entweder vollständig oder zumindest teilweise um die Realisierung der Vorhaben kümmern.

OGAW

OGAW steht für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren. Es handelt sich dabei um den deutschen Begriff für die europäische UCITS. Damit ein Fonds den Anforderungen eines OGAW-Fonds entspricht darf dieser u. a. nur in gesetzlich festgelegte Finanzprodukte investieren und muss besondere Anforderungen bezüglich der Risikostreuung und ‑begrenzung oder auch hinsichtlich der kurzfristigen Liquidität erfüllen. Entsprechend ist ein OGAW-Fonds immer ein offener Fonds. Das Komplement zu OGAW-Fonds stellen AI-Fonds dar. Siehe UCITS.

Opportunistic

Opportunistic ist eine Klassifizierung um die Rendite-/Risikostruktur einer Investition zu definieren. Andere mögliche Klassifizierungen sind Core, Core Plus und Value Added. Besonders häufig ist diese Klassifizierungsmethode in den Assetklassen Infrastruktur und Immobilien verbreitet.

Opportunistic beschreibt dabei Investitionen mit dem höchsten Grad an Rendite und Risiko. Es sind zunächst zwingend sehr umfangreiche Investitionen in das Objekt zu tätigen. Ziel ist es, diese Objekte danach zu veräußern. Daher stammt die Rendite auch fast komplett aus dem Kapitalzuwachs, der bei der Veräußerung realisiert wird und kaum bis gar nicht aus den laufenden Erträgen des Objekts. Die Volatilität der Rendite ist bei Objekten dieser Klassifizierung, signifikant höher, jedoch entstehen dadurch auch Möglichkeiten für einen überproportionalen Kapitalzuwachs.

Optionen

Optionen sind Derivate, welche standardisiert sind und an Terminbörsen gehandelt werden. Eine Option verbrieft das Recht zu einem bestimmten, zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Kurs eine Transaktion durchführen zu können. Für dieses Recht zahlt der Käufer (Optionsinhaber) die Optionsprämie an den Verkäufer. Dem Optionsinhaber steht es frei, diese Ausführung der Transaktion zu verlangen, kann aber auch darauf verzichten. Im erst genannten Fall muss der Verkäufer das vereinbarte Geschäft erfüllen. Der Optionsverkäufer erhält dafür unabhängig, ob die Option ausgeführt wird, die Optionsprämie.

Der Wert einer Option orientiert sich an einem Basiswert. Zu den bekanntesten Optionen zählen Call- und Put-Option. Call-Optionen verbriefen dem Inhaber das Recht auf den Erwerb einer bestimmten Menge das Basiswerts zu einem vorab festgelegten Preis, Put-Optionen verbriefen hingegen das Recht zum Verkauf.

Overlay-Strategie

Overlay-Strategien zielen darauf ab, das Risiko eines bestehenden Portfolios durch Derivate zu minimieren. Dabei werden Finanzderivate separat vom Ursprungsportfolio verwaltet.

Passives Investment

Das passive Investment ist das Komplement zum aktiven Investment. Es wird ein Vergleichsindex (z. B. der DAX) abgebildet, um möglichst exakt die Rendite des Marktes zu replizieren.

Performance

Die Performance misst die Wertentwicklung eines Investments oder eines Portfolios. Meist wird zum Vergleich eine sogenannte Benchmark als Referenz genommen, um die Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt oder zu anderen vergleichbaren Investments darzustellen. Die Performance wird in Prozent ermittelt.

Performance Fee

Die Performance Fee ist eine Gebühr, die der Investor an den Fonds-/Assetmanager zahlt. Diese Gebühr wird in Abhängigkeit von der erzielten Rendite definiert. Es gibt verschiedene Varianten der Realisierung, so kann diese Gebühr als fester Prozentsatz von der Rendite des Fonds bestimmt werden oder erst bei dem Erreichen einer bestimmten Rendite fällig werden. Die Gebühr ist grundsätzlich nur dann fällig, wenn der Fondsmanager eine positive Rendite erzielt hat und dient primär als Anreiz für den Fondsmanager. Zusätzlich wird eine performanceunabhängige Management Fee erhoben.

Performing Loans

Bei Performing Loans handelt es sich um Kredite, welche durch den Kreditnehmer hinsichtlich der Zins- und Tilgungszahlung immer vollständig und pünktlich bedient wurden.

PPP

Public Private Partnership, siehe Öffentlich-Private-Partnerschaft.

Primärmarkt

Auf dem Primärmarkt werden Finanzprodukte gehandelt, welche erstmalig emittiert/gezeichnet werden. Er stellt das Komplement zum Sekundärmarkt dar.

Private Debt

Als Private Debt wird die Bereitstellung von Krediten durch Nicht-Banken, ohne die Einschaltung des Kapitalmarktes verstanden. Auch Begriffe wie z. B. „privat-platzierte Obligationen“ werden für den englischen Ausdruck Private Debt verwendet. Hierbei ist es zunächst unerheblich, wem der Kredit für welchen Zweck gewährt wird. Werden Unternehmen finanziert, so spricht man auch von Corporate Private Debt. Aber auch eine Finanzierung von beispielsweise Infrastruktur oder Flugzeugen ist in Form von Private Debt möglich.

Neben Direktinvestments, kann auch indirekt über Kreditfonds investiert werden. Die Fonds investieren dann z. B. in Senior oder Subordinated Debt oder eine Mischung aus beiden, die sogenannten Unitranchen.

Die meisten Kreditfonds spezialisieren sich dabei auf bestimmte Strategien. Zu diesen zählen Direct Lending, Distressed Debt, Special Situations, Venture Debt und Mezzanine. Kreditnehmer der Private-Debt-Fonds sind primär kleine und mittlere Unternehmen, die oft kein Investment-Grade Rating haben oder deren Rating im unteren Bereich Investment-Grade liegt. Traditionelle Bankkredite (zu akzeptablen Konditionen) sind daher normalerweise für diese Unternehmen schwer zu erhalten.

Private Equity

Private Equity ist ein Sammelbegriff für alle Arten von Investitionen außenstehender oder betriebszugehöriger Investoren in das Eigenkapital von nicht börsennotierten Emittenten, insbesondere Unternehmen (sog. Corporate Private Equity).Das Pendant bildet Public Equity.

Als Anlageform stehen neben Direktinvestments auch offene und geschlossene Investmentfonds zur Verfügung. Eine weniger verbreitete Form sind börsennotierte Gesellschaften, welche in Corporate Private Equity investieren, analog zu Immobilien-AGs.

Bei der Anlage in Corporate Private Equity wird unter anderem zwischen verschiedenen Investitionsphasen und Beteiligungsstrukturen unterschieden. Dabei haben sich insbesondere die folgenden Formen am Markt etabliert: Venture Capital, Buyout Capital, Distressed & Special Situations und Mezzanine.

Public Equity

Public Equity bezeichnet das in Form von Aktien an Börsen öffentlich gehandelte Eigenkapital von Unternehmen.

Publikumsfonds

Ein Publikumsfonds ist ein Fonds, dessen Anteile aus rechtlicher Perspektive grundsätzlich für Anleger jeglicher Art erwerbbar sind, auch für Privatanleger. Diese Fonds sind, hinsichtlich der Anlegersicherheit, deutlich stärker reguliert als Spezialfonds. So gibt es beispielsweise Vorschriften bezüglich der Risikostreuung.

Put-Option

Eine Put-Option ist eine Option, bei der sich der Optionsverkäufer verpflichtet, zu einem zukünftigen Zeitpunkt den Basiswert zu einem vorab festgelegten Preis vom Optionsinhaber zu kaufen. Handelt es sich um eine europäische Option, kann die Option nur am Endtag der Laufzeit ausgeübt werden. Eine amerikanische Option kann dagegen schon vorher ausgeübt werden.

Rating

Als Rating wird die Bewertung des Ausfallsrisikos eines Finanzinstruments durch eine externe Agentur (Ratingagentur: bsw. Moody’s oder Standard & Poor’s) bezeichnet.

Als Hauptkategorien dieser Bonitätseinschätzungen gibt es die Bewertung als Investment- oder Speculative-Grade. Erstere Kategorie stellt die geringere Ausfallwahrscheinlichkeit dar. Bei Speculative-Grade-Investments erhalten Investoren für die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit eine höhere Risikoprämie und damit zu erwartender Rendite. Die Bewertungskategorien werden noch weiterunterteilt. So vergibt z. B. Standard & Poor’s Investment-Grades in den Stufen AAA (geringste Ausfallwahrscheinlichkeit) bis BBB-.

Für institutionelle Investoren ist die Unterscheidung in Investment-Grade/Non-Investment-Grade relevant, da einige Fremdkapital-Anlagerestriktionen Anlagen nur in besseren Bonitäten, somit Investment-Grade vorschreiben.

Siehe ferner ESG-Scoring/-Rating.

Real Assets

Auf Deutsch Sachwerte, siehe Sachwerte.

Real Estate

Siehe Immobilien.

Recovery Rate

REITs

Real Estate Investment Trusts sind eine Sonderform von börsengehandelten Immobiliengesellschaften (Immobilien-AGs). Da REITs, genauso wie Immobilien-AGs, börsennotiert sind, verfügen sie grundsätzlich über einen hohen Grad an Liquidität. Die Rendite dieser Anlageform ergibt sich, ebenfalls wie Immobilien-AGs, über die Ausschüttungen und die Wertveränderung der Aktie.

REITs grenzen sich in Deutschland durch rechtliche Besonderheiten von herkömmlichen Immobilien-AGs ab. Im Gegensatz zu den Immobilien-AGs verfügen REITs über steuerliche Begünstigungen, um diese Vergünstigungen zu Erhalten gelten jedoch Vorschriften. So muss ein Großteil der Erträge aus Immobilien stammen (Vermietung/-packung, Veräußerung). Weiterhin gibt es unter anderem auch Vorschriften bezüglich der Ausschüttungen, Portfoliodiversifikationen und Eigenkapitalquoten.

Relative Return

Relative Return bezeichnet die Differenz der Rendite einer Anlage zu ihrem Benchmark. Bei einer Relative-Return-Strategie versucht ein Fondsmanager daher die Rendite eines zuvor ausgewählten Benchmarks zu übertreffen.

Relative-Value-Strategie

Eine Investment-Strategie bei der Preisdifferenzen (Spreads) zwischen zwei ähnlichen Wertpapieren mittels Arbitrage (der Ausnutzung von Preisungleichgewichten in örtlicher oder zeitlicher Dimension) ausgenutzt werden.

Rendite

Die Rendite misst den Ertrag, den eine Investition relativ zu dem eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Zu unterscheiden ist dabei jeweils die Bruttorendite (vor Steuern, Gebühren etc.) von der Nettorendite (nach Steuern, Gebühren etc.).

Renewables

Auf Deutsch erneuerbare Energien, siehe erneuerbare Energien.

Replacement Capital

Replacement Capital wird zu den Later-Stage-Finanzierungen gezählt. Dabei erwerben Altinvestoren die Anteile anderer Altinvestoren, welche aus dem Unternehmen aussteigen. Es wird kein zusätzliches, weiteres Kapital eingeworben. Es ändern sich nur die beteiligten Investoren sowie deren Anteil am Eigenkapital des Unternehmens.

Risiko-Rendite-Profil

Das Risiko-Rendite-Profil misst das Verhältnis der zu erwartenden Rendite zum Risiko einer Investition. Dieses Maß soll, den Vergleich von Anlagen mit unterschiedlicher Rendite/Volatilität ermöglichen.

Risikostreuung

Rohstoffe

Rohstoffe (in Englisch: Commodities) zählen zu den Alternative Assets. Ein wichtiges Merkmal von Rohstoffen ist, dass es sich um physische, standardisierte Güter handelt. Investoren stehen im Bereich der Rohstoffe eine Vielzahl an Zielinvestments zur Verfügung. Als mögliche Anlagegüter kommen beispielsweise Edelmetalle, Basismetalle, Energierohstoffe aber auch Agrargüter infrage. Rohstoffe divergieren hinsichtlich Verfügbarkeit, Lagerung, Handelbarkeit und Transportfähigkeit zum Teil erheblich. Es gibt eine Vielzahl an Kategorisierungsmöglichkeiten für Rohstoffe, siehe beispielsweise Hard und Soft Commodities.

Neben Direktinvestments (physischer Erwerb) sind Investitionen in Rohstoffe aufgrund vieler liquider Produkte im Fonds- und Zertifikatbereich (abgeleiteter Erwerb) möglich.

Sachwerte

Real Assets (auf Deutsch: Sachwerte) umfassen materielle, „fassbare“ Anlagegüter. Durch ihren Realbezug bieten Investitionsobjekte dieser Klasse eine Absicherung gegenüber Inflation. Zu Real Assets zählen z. B. Immobilien (Real Estate), Rohstoffe (Commodities), Agrar- und Waldflächen, Flugzeuge und Schiffe.

Schattenbanken

Der Begriff Schattenbanken subsumiert alle Institutionen, welche an Finanzmärkten Aufgaben klassischer Geschäftsbanken übernehmen, aber im rechtlichen Sinne nicht als eine Geschäftsbank zu betrachten sind. Im volkswirtschaftlichen Sinne sind sie nicht am Geldschöpfungsprozess beteiligt.

Schiffsfinanzierung

Schiffsfinanzierungen zählen zu den Spezialitäten im Bereich der Alternative Investments. Eine Investition kann sowohl durch Eigen- als auch Fremdkapital erfolgen.

Die finanzierungsrelevanten Schiffstypen lassen sich in vier Segmente aufteilen: Containerschiffe, Tanker (flüssiges Massengut), Bulker (trockenes Massengut) und Kreuzfahrtschiffe. Finanzierungen finden in der Regel über Objektfinanzierungen (Direktinvestitionen) oder Schiffsfonds statt. Die Schiffe werden während der Finanzierungslaufzeit zur Kreditbesicherung herangezogen (z. B. durch Sicherungsübereignung). Fremdfinanzierungsarten sind vorrangig besicherte Darlehen und Mezzanine-Kapital. Auch Sale-and-Leaseback-Transaktionen sind üblich.

Security-Token

Seed-Financing/-Phase

Seed-Financing dient der Entwicklung einer Geschäftsidee. Mit dem Kapital wird die Erstellung von Unternehmenskonzepten, Marktanalysen und Machbarkeitsstudien finanziert. Die Finanzierung in der Seed-Phase hat das Ziel einen Prototyp zu entwickeln und die Unternehmensgründung zu ermöglichen. Es handelt sich um die frühste Stufe von Venture-Capital-Finanzierungen.

Das Verlustrisiko ist dementsprechend hoch, da noch nicht absehbar ist, ob sich das Unternehmen mit den geplanten Produkten/Dienstleistungen am Markt durchsetzen wird. Dem gegenüber steht jedoch eine ggf. deutlich höhere Rendite.

Sekundärmarkte

Auf Sekundärmarkten werden sämtliche Finanzprodukte gehandelt, welche sich bereits im Umlauf befinden, d. h. Produkte oder auch ganze Fonds, welche zuvor schon emittiert/gezeichnet wurden. Der Sekundärmarkt ist somit das Komplement zum Primärmarkt, auf dem die Wertpapiere emittiert werden.

Senior Debt/Senior-Tranche

Senior Debt ist die englische Bezeichnung für vorrangiges, oft besichertes Fremdkapital. Im Falle einer Insolvenz werden die Forderungen der Senior-Debt-Gläubiger entsprechend zuerst beglichen. Das Kapital dieser Gläubiger ist daher einem geringeren Risiko als bei nachrangigem Fremdkapital ausgesetzt. Daher erhalten die Kapitalgeber auch eine geringere Verzinsung für das bereitgestellte Kapital.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio misst das Verhältnis der historischen Überrendite (realisierte Rendite abzüglich der Rendite einer risikofreien Anlage) zur jeweiligen Volatilität einer Anlage. Das Maß soll so den Vergleich von Anlagen mit unterschiedlicher Rendite und Volatilität ermöglichen.

Short Selling

Englisch für Leerverkäufe, siehe Leerverkäufe.

Short Selling Ban

Auf Deutsch Leerverkaufsverbot, siehe Leerverkaufsverbot.

Short-Position

Die Short-Position ist das Komplement einer Long-Position. Hält ein Investor eine Short-Position, so profitiert er von einem sinkenden Preis des Vermögenswertes. Formal gesehen hält der Investor eine negative Menge am Vermögenswert, siehe auch Leerverkauf.

Sicherheitsleistung

Die Sicherheitsleistung ist bei bestimmten Finanzgeschäften zu hinterlegen. Sie soll das Kontrahenten-Risiko minimieren und den Vertragspartner vor einem Zahlungsausfall schützen. Beispielsweise bei Leerverkäufen oder Future-Kontrakten ist eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen.

Sidecar

Als Sidecar wird eine Beteiligung eines Investors bezeichnet, der zusätzlich, neben seiner Beteiligung am Fonds, auch noch zusätzlich über ein separates Vehikel parallel in ein Zielobjekt des Fonds investiert ist. Siehe auch Co-Investment.

Single Funds

Auf Deutsch Einzelfonds, siehe Einzelfonds.

Single-Strategy-Hedgefonds

Single-Strategy-Hedgefonds verfolgen nur eine einzige Anlagestrategie. Das heißt, das komplette Fondsvermögen ist beispielsweise nur im Rahmen einer Equity-Driven-Strategie investiert.

Smart Contracts

Smart Contracts automatisieren die Umsetzung von Verträgen. Im Smart Contract sind die Vertragsbedingungen hinterlegt. Werden bestimmte Vertragsbedingungen erfüllt, so führt der Smart Contract dann automatisch die im Vertrag hinterlegten Aktionen aus. Diese Umsetzung führt unter anderem zu sinkenden Verwaltungskosten und verlässlicheren sowie schnelleren Vertragsausführungen.

Soft Commodities

Ein Unterteilungskriterium für Rohstoffe (in Englisch: Commodities). Soft Commodities subsumieren dabei sämtliche nachwachsende und verderbliche Rohstoffe. Hierzu zählen auch beispielsweise Agrargüter (Weizen, Kaffee, Zucker usw.) und Lebendvieh (Rinder, Schweine usw.).

Special Purpose Vehicle (SPV)

Englisch für Zweckgesellschaft, siehe Zweckgesellschaft.

Special Situations

Sondersituationen sind alle ungewöhnlichen Liquiditätsbelastungen, in die ein Unternehmen geraten kann. In der Regel sind diese Situationen nicht mit einem Liquiditätsproblem im Sinne einer klassischen Überschuldung (Überforderung des Schuldendienstes) verbunden. Allerdings ist die erforderliche Verschuldung oft so hoch, dass sie entweder gar nicht oder nur sehr ungern von Banken finanziert wird. Dies trifft häufig zu, wenn z. B. schnell wachsende Unternehmen mehrere Investitionen gleichzeitig tätigen müssen und sich dadurch die Verschuldung schlagartig erhöht. In anderen Fällen sind hingegen die Finanzierungslaufzeiten solcher Sondersituationen zu lang für eine Bank, obwohl die Verschuldungshöhe insgesamt noch akzeptabel wäre.

Beispiele für diese Sondersituationen sind komplexe Ausgründungen, bei denen die Finanzierung vom ausgelagerten Unternehmen zu tragen ist, oder Aufspaltungen von Unternehmen, die zunächst vorfinanziert werden müssen.

Speculative-Grade / Subinvestment-Grade

Siehe Rating.

Sperrfrist

Die Sperrfirst ist der Zeitraum, in dem ein Wertpapier nach der Emission nicht gehandelt werden darf. Eine Sperrfirst existiert z. B. bei neu aufgelegten Hedgefonds. Hier soll diese Sperrfrist dem Fondsmanager ein ausreichendes Zeitfenster schaffen, um den Fonds am Markt zu etablieren bzw. ein ausreichendes Fondsvolumen zu schaffen.

Spezialfonds

Spezialfonds sind das Komplement zu Publikumsfonds. Anteile an diesen Fonds dürfen nur semiprofessionelle und professionelle Anleger erwerben. Spezialfonds verfügen i. d. R. über ein hohes Volumen und sind nur für sehr wenige oder einen einzigen Anleger konzipiert worden. Entsprechend sind diese Fonds an den individuellen Präferenzen institutioneller Investoren ausgerichtet.

Spread

Preisdifferenz zwischen zwei Preisen oder Zinssätzen.

Start-Up-Financing/-Phase

Start-Up-Finanzierungen sind Beteiligungen an Unternehmen, die sich noch in einer frühen Phase der Unternehmensgründung befinden. Die Start-Up-Phase (auch Gründungsphase) schließt unmittelbar an die Seed-Phase an. Auch in diesem Stadium ist das Risiko des unternehmerischen Scheiterns noch relativ hoch, auch wenn geringer als in der Seed-Phase.

In dieser Phase soll das Produkt (der Prototype aus der Seed-Phase) zur Markt-/Produktionsreife geführt werden. Das Kapital dient zum Aufbau von Produktions- und Vertriebsstrukturen sowie zu Marketingmaßnahmen.

Subordinated Debt/Subordinated-Tranche

Subordinated Debt bezeichnet das Fremdkapital, welches bei einer Liquidierung nachrangig bedient wird. Das relativ höhere Ausfallrisiko bei diesem Kapital geht entsprechend mit einer höheren Verzinsung einher. Die Forderungen dieser Tranche werden nach der Senior Tranche beglichen. Jedoch erhalten die Kapitalgeber ihr eingesetztes Kapital immer noch vor den Eigenkapitalgebern.

Sub-Performing Loans (SPL)

Sub-Performing Loans (auf Deutsch: ausfallgefährdeter Kredit) sind Darlehen, bei denen der Kreditnehmer zwar teilweise im zeitlichen Verzug mit der Zahlung ist, es sind jedoch i. d. R. noch keine Zahlungen vollständig ausgefallen.

Systematisches Risiko

Das systematische Risiko ist der Teil des Risikos, welchem alle Investments in einem Markt unterliegen. Je nach Markt und Assetklasse können sich die systematischen Risiken unterscheiden. Während unsystematische Risiken (z. B. Insolvenzrisiko eines Unternehmens) durch Diversifikation minimiert werden können, gehen Fondsmanager systematische Risiken (z. B. Zinsänderungsrisiko) gezielt ein, um an den entsprechenden Risikoprämien zu partizipieren. Diese aus systematischen Risikofaktoren erzielten Renditen werden in der Asset-Pricing-Theorie auch als „Beta“ bezeichnet.

Technische Analyse

Die technische Analyse nutzt den Kursverlauf sowie vergangene Handelstätigkeiten um die zukünftige Preisentwicklung eines Wertpapiers zu prognostizieren. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse werden betriebswirtschaftliche Daten ignoriert.

Termingeschäft

UCITS

Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities (UCITS), Deutsch: Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW). Es handelt sich um eine Richtlinie bzgl. eines gemeinsamen europäischen Rechtsrahmens für Investmentfonds und ihre Verwaltungsgesellschaften. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Regelung der zulässigen Vermögensgegenstände, in welche UCITS investieren dürfen.

Unitranche

Die Unitranche ist bei Private Debt Investments eine Mischung aus vorrangig (Senior Tranche) und nachrangig (Junior / Subordinated Tranche) besicherten Tranchen.

UNPRI

UNPRI ist eine Abkürzung für UN Principles for Responsible Investment. Es handelt sich dabei um eine von den Vereinten Nationen unterstützten Initiative, welche einen globalen Standard hinsichtlich nachhaltiger, ESG-konformer Investments definiert und deren Umsetzung/Verbreitung zum Ziel hat.

Unsystematische Risiko

Das unsystematische oder idiosynkratische Risiko ist das Komplement zum systematischen Risiko. Unsystematische Risiken (z. B. Insolvenzrisiko eines Unternehmens) können durch Diversifikation innerhalb des Marktes minimiert werden.

Utility-Token

Ein Utility-Token garantiert bestimmte Funktionen, Rechte oder Zugänge innerhalb eines Netzwerks und dient zu dessen Finanzierung. Er dient gewissermaßen als Tauschmittel innerhalb des Netzwerks und stellt keinen direkten Anteil oder Eigentum am System dar.

Value Added

Value Added ist eine Klassifizierung um die Rendite-/Risikostruktur einer Investition zu definieren. Andere mögliche Klassifizierungen sind Core, Core Plus und Opportunistic. Besonders häufig ist diese Klassifizierungsmethode in den Assetklassen Infrastruktur und Immobilien verbreitet. Bei Value-Added-Investitionen sind zunächst Sanierungsmaßnahmen notwendig, bevor das Investment regelmäßige Erträge erwirtschaftet. Im Gegensatz zu Core(-Plus)-Objekten sind Volatilität und Rendite i. d. R. höher.

Venture Capital

Venture Capital (auf Deutsch: Risiko- oder Wagniskapital) wird oft im Kontext mit dem Begriff Private Equity verwendet. Während der Private-Equity-Begriff allerdings u. a. Buyout-Finanzierungen einschließen kann, wird unter Venture Capital einheitlich das Seed-Start-up-, Early-Stage-, Expansion- und Later-Stage-Financing verstanden. Venture Capital wird benötigt, um Produkte zu entwickeln oder ein erstes Umsatzwachstum zu finanzieren. Die Beteiligung erfolgt in Form von Eigenkapital.

Die Rendite wird primär über den Wertzugewinn des Unternehmens realisiert, weniger aus etwaig anfallenden laufenden Gewinnausschüttungen. Da es sich meist um noch nicht am Markt etablierte Unternehmen handelt, ist das Risiko relativ hoch, dafür sind aber auch deutliche höhere Renditen möglich. Neben der Kapitalbereitstellung unterstützen Investoren häufig mit ihrer eigenen Expertise und ihrem Netzwerk die häufig jungen Unternehmen beratend.

Venture Debt

Venture Debt (auf Deutsch: Wagnisfremdkapital) zählt zu den Private-Debt-Investitionen. Diese Kategorie befasst sich mit der Finanzierung von Start-Ups. Wagnisfremdkapital wird i. d. R. nicht direkt zu Beginn einer Unternehmensgründung vergeben; zunächst muss diese Gründung primär über Eigenkapital finanziert werden (Venture Capital/Equity). Hat ein Unternehmen hingegen einen gewissen Reifegrad erreicht, kann zusätzlich Wagnisfremdkapital zum Einsatz kommen.

Diese Art der Finanzierung erfolgt häufig, wenn zugleich eine erneute Finanzierungsrunde mit Eigenkapital ansteht. In einem solchen Fall kann die Vergabe von Wagnisfremdkapital in der Regel auf die Venture Capital Due Diligence der Eigenkapitalgeber aufsetzen und so eine eigene, intensive Risikoprüfung vermeiden.

Diese Form des Fremdkapitals ersetzt demnach nicht das Eigenkapital zur Gründung von Start-ups, sondern kommt in einer sehr frühen Wachstumsphase zum Einsatz, bei der die Profitabilität auf Basis eines belastbaren und aussichtsreichen Geschäftsmodells greifbar ist und Technologierisiken weitestgehend reduziert oder zumindest gut beurteilbar sind.

Verwertungsquote

Die Verwertungsquote gibt an, zu wie viel Prozent Fremdkapitalgeber ihr bereitgestelltes Kapital im Falle einer Insolvenz zurückerhalten.

Volatilität

Die Volatilität hilft bei der Einordnung des Risikos einer Anlage und ist i. d. R. definiert als Standardabweichung der Rendite einer Anlage. Das heißt, sie bemisst wie eng die Rendite um den dazugehörigen (arithmetischen) Durchschnitt verteilt ist. Das Maß differenziert dabei jedoch nicht zwischen positiven und negativen Abweichungen („nach oben/unten“), beide Richtungen haben denselben Einfluss bei der Berechnung der Volatilität/Standardabweichung. Bei einem direkten Vergleich bedeutet eine geringere Volatilität, dass die einzelnen Renditen im Schnitt weniger stark oder häufig von der zu erwarteten/historischen Rendite abweichen.

Wertpapier(-ähnliche)-Token

Wertpapier-Token bilden mitgliedschaftliche Rechte oder schuldrechtliche Ansprüche vermögenswerten Inhalts ab, vergleichbar mit denen von Aktien oder Schuldtiteln. Ein Wertpapier(-ähnlicher)-Token bildet finanzielle Ansprüche ab. Dazu zählen unter anderem Gewinnversprechen, schuldrechtliche Verpflichtungen und Anteilsrechte. Diese Token weisen daher, wie der Name sagt, Ähnlichkeiten zu einem Wertpapier auf.

Whole Loan

Fonds gewähren bei dieser Strategie Senior-Loans gemeinsam mit Mezzanine-Finanzierungen. Vorteil des Kreditnehmers ist insbesondere die Lösung aus einer Hand. Für den Fonds lassen sich auf diese Weise höhere Margen erzielen.

Zahlungstoken

Zeichnung

Als Zeichnung wird die Ausgabe (Emission) neuer Wertpapiere verstanden. Der Investor hat sich bereits während der Zeichnungsfrist zur Abnahme der Wertpapiere gemäß den vereinbarten Konditionen und Bedingungen verpflichtet. Der Emittent erhält im Gegenzug dafür das Kapital des Investors.

Zeichnungsfrist

Innerhalb der Zeichnungsfrist ist es dem Investor möglich, verbindlich Anteile an einem (noch nicht existierenden) Fonds zu erwerben, der Investor kann also innerhalb dieser Frist den Fonds zeichnen, siehe auch Zeichnung.

Zweckgesellschaft

Eine Zweckgesellschaft ist eine Gesellschaft, welche nur für einen bestimmten Anlass (z. B. Abwicklung eines bestimmten Investments) gegründet wurde. Sobald die Gesellschaft ihren Zweck erfüllt hat, wird sie wieder aufgelöst. Im Englischen: Special Purpose Vehicle, SPV.

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